Fiesch [19. - 26. Februar 2011] - Ski-& Fly im Oberwallis Drucken
Geschrieben von: Joachim   
Mittwoch, den 20. April 2011 um 20:08 Uhr


Zeitlich parallel zur „Winterflugwoche“ in Bassano und zur Wochenend-Skiausfahrt in den Bregenzer Wald hat Traute (auf Anfrage der letztjährigen Teilnehmer) recht  kurzfristig  (und fürs´ bereits erschienene Jahresprogramm logischerweise viel zu spät) als dritte Alternative wieder das „Fieschertal“ angeboten.  Dort findet man rund ums Eggishorn, Bettmerhorn und Riederhorn reichlich gut präparierte, anfängertaugliche Pisten. Aufgrund der kurzfristigen Planung und Terminfestlegung erschien hierzu leider lediglich noch ein Hinweis im Kalender auf der 1.PCS Homepage, so dass vermutlich nur wenige PCS´ler von diesem Spätwinter-Highlight wussten.

Dies waren der/die TO Traute Werner selbst sowie als Teilnehmer Jörg Herrmann und Joachim Böckler (Bericht) vom 1.PCS sowie Dietmar Wacker und last but not least Martin Hahn von den befreundeten Schwarzwaldgeiern und dessen treuer Ausfahrtenbegleiter William Ch. B., der allabendlich nach verzehrtem Abendmahl für heitere Stimmung sorgte.
Ans Streckenfliegen war (trotz der bereits kräftig ausgeaperten talnahen Südflanken) schon aufgrund der Temperaturen nicht zu denken. Wir beschlossen deshalb uns diesmal ganz ohne „fliegerische Hintergedanken“  auf das Skifahren zu konzentrieren – und doch streiften unsere Augen immer wieder über den Himmel, ob sich nicht doch irgendwo ein Gleitschirm hochschraubt. Aber außer  vereinzelten einheimischen Tandems, die aus kommerziellen Gründen fast bei  jeder Wetterlage abglitten, haben wir niemand in der Luft gesichtet.
Die diversen Anlaufschwierigkeiten haben wir mit Humor (und Zusatzfränklis) weggesteckt. So musste Jörg gleich am ersten Skitag am Parkplatz feststellen, dass einer seiner beiden neuen Skistiefel enorm drückte. Beim Blick auf das Größen-Label war der Grund dann klar. Nicht ein geschwollener Fuß, sondern ein beim Bindungseinstellen im Sport“fach“geschäft vertauschter Skistiefel war die Ursache. Die Lösung – Leihstiefel!   Shit happens !!
Der nächste Lapsus ereilte wenig später mich. Bei der Fortsetzung meiner letztjährigen Studien zur „Temperaturabnahme mit der Höhe - in Verbindung mit den differierenden Wärmeausdehnungs-koeffizienten von Kunststoffgläsen und Brillengestellen aus Metall“ ist mir der experimentelle Durchbruch endlich gelungen. Im Gegensatz zu den Experimenten in 2010, als mir die Trennung von Kunststoffglas und Metallgestell wiederholt nur bei deutlichem mechanischen Eingriff – sprich heftigem Bodenkontakt des Brillengestells etc. – gelang, habe ich 2011 eine neue Methode entdeckt, bei der o.g. Trennung bereits durch Massenträgheit hoch in der Luft ausgelöst werden konnte. Eine abrupte Kopfbewegung beim Sessellifteln genügte für die irreversibel e Trennung. Aufgrund des felsigen Steilgeländes plus Pulverschnee-Auflage habe ich mir langwierige Suchaktionen wie im letzen Jahr verkniffen.   Um diesen Lapsus doch noch als Erfolg zu verbuchen, habe ich mich dann einstimmig zum Sieger des diesjährigen lokalen „Jugend forscht“-Wettbewerbs erklärt. Trotz hochwertigem, akademischem Gremium - keine Gegenstimmen !!  
Das heißt schon was!  Ersatzbrille hatte ich leider keine. Und halbblind skifahren ist nicht mein Ding. Mein persönliches „Ausfahrten-Aus“ schien schon gekommen. Doch von dieser Negativeinstellung  waren die anderen Ausfahrtenteilnehmer wenig begeistert. Und Glück im Unglück – Martin gestand mir, dass auch er ähnlich halbblind ist wie ich, und er hatte nicht nur Willi mitgebracht, sondern auch eine Ersatzbrille. Dank seiner freundlichen Leihgabe konnte ich dann doch noch weitermachen. Mit Skifahren natürlich – sch….  auf die Experimentalphysik! Ich kam mir zwar dabei immer vor wie mit zwei bis drei Bier, aber allemal viel besser als volltrunken bzw. ganz ohne Brille.

Die Liste der  Widrigkeiten war damit aber noch nicht ganz zu Ende. Am nächsten Tag dann nach ausgiebigem Frühstück:  „Skibus ganz knapp verpasst“. Um ein derartiges Fehl-Timing in Zukunft zu vermeiden, wurde der Fahrplan kurzerhand auf die Digicam gebannt. Doch als wir dann auch noch den nächsten Bus „ziehen lassen“ mussten – weil einer von uns seinen Rucksack im zwischenzeitlich wieder aufgesuchten Quartier vergessen hatte wurde es allmählich peinlich.
Aber wie bereits gesagt:  Shit happens !
Der Rest der Tage verlief dann ohne besondere Vorfälle. Die Schneeverhältnisse wurden von Tag zu Tag besser dank nächtlicher 5 – 10 cm Neuschnee. Konträr hierzu die Aussicht auf spätwinterliche Thermikflüge, wie wir sie im letzten Jahr erleben durften. Kompensiert haben wir dieses kleine Manko durch ausgiebige Einkehrschwünge, der Aussicht wegen bevorzugt am Bettmerhorn, sowie unsere allabendlichen kulinarischen Höhenflüge „zuhause“ im Chalet Wisi.  Danach gab es dann noch allgemeines Bla-bla  und 2 x Filmabend vor dem Laptop. Dank an Martin für die beiden geistreichen Filme.
Fliegerisch war das Fieschertal diesmal leider ein Flop, entweder zu starker Rückenwind, Schneefall oder überm Tal eine geschlossene Wolkendecke. Große  Erwartungen hatten wir diesbezüglich ohnehin nicht im Gepäck. In erster Linie war Skifahren geplant und das haben wir ausgiebig getan. Unsere Streckenkilometer haben wir uns diesmal halt nicht erflogen, sondern „errutscht“.
Am ersten und zweiten Tag wäre ein kleiner Thermikflug vielleicht „drin“ gewesen,  der deutlich spürbare Nordwind lies uns davon aber Abstand nehmen.
Fazit: Eine prima organisierte Ausfahrt in die Streckenflieger-Hochburg Fiesch zu einem Zeitpunkt, zu dem auch Anfänger dort gefahrlos skifahren/fliegen können, sofern die Verhältnisse passen.
Eine Fortsetzung wäre wünschenswert bzw. wird verlangt !
@Traute:    -Das Quartier war ok, das Essen spitze und am Wetter – daran werden wir wohl noch etwas arbeiten müssen    ;-)

Jo

Hier gibts noch ein paar Bilder..