Teneriffa [27.11. - 8.12.10] Drucken
Geschrieben von: Ewald   
Freitag, den 10. Dezember 2010 um 22:41 Uhr

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Teilnehmer (v.l.n.r.) : Helga, Volker, Ernst (TO), Steffen, Achim, Petra, Heinz, Martin, Anni, Rainer, Ewald (Bericht), Klaus, Tanja, Werner

Zum Abflug ist früh aufstehen angesagt und ab in die S-Bahn. Am Flughafen treffen wir den größten Teil der restlichen Truppe. Der Flug ist in Ordnung aber die Landung auf Tene selbst für Gleitschirmflieger sportlich. Wir fliegen bis kurz vor dem Aufsetzen durch kräftige Turbulenzen. Der Pilot ist ein Kenner und ein Könner.
Nach der Ankunft im Hotel: Sofortiges Auspacken und Landeplätze angucken. Abends dann eine lange Schlange vor dem Speisesaal. Ernst verspricht Besserung und hält das auch. An den folgenden Tagen werden von Ernst und Helga jeweils gegen alle Widerstände der Hotelleitung zwei 6er Tische für die Gruppe reserviert, so dass wir zusammen sitzen können. Das Essen ist mehr als reichlich (4 riesige Buffets) und echt lecker. Definitiv nichts zum Abnehmen.

Am Sonntag herrscht starker Wind. Wir fahren nach Fasnia und besichtigen dort den Startplatz. anschließend lernen wir Ernsts Lieblingsbeschäftigung kennen: In einer der vielen Kneipen, die er kennt, was Leckeres essen. Der Rest des Tages bedeutete für die einen faulenzen, für die anderen noch etwas weiter in den Norden der Insel fahren zum Sightseeing.

Der Wetterbericht sollte recht behalten und am Montag steht Teneriffa unter Wasser. Im TV sehen wir Bilder von Überschwemmungen und LKWs, die vom Wind beinahe umgeweht werden. Wir verbringen einen lustigen Nachmittag beim Bowling.
Am nächsten Tag haben die meisten Muskelkater in den Oberschenkeln (vom Abstoppen beim Bowling). Vier von der Truppe gehen auf den Ivonche zum Wandern, die anderen Flieger fahren zum Taucho-Startplatz - der steht "unter Schlamm", und zwar mehrere cm tief. Wir gehen rein und sehen entsprechend aus. Das wird nichts, der Wind ist zu stark. Nachdem wir runter gefahren sind, treffen wir uns alle 2 Stunden vorm Hotel um festzustellen: Heute ist Faulenzen angesagt.

Am Mittwoch gehts aber! Erste Station ist Jama. Wir sind spät dran und der Startplatz ist voll mit Leuten. Bis wir endlich dran sind, geht dort nicht mehr viel (ist ein Morgen Fluggebiet). Aber immerhin der erste (kurze) Flug zum Warmfliegen.
Weiter gehts zum Ivonche. Bei der Rüberfahrt sehen wir Volker mit einigen der Gruppe mal wieder aus der Kneipe winken :-)
Wir fahren gleich rüber zum Startplatz. Auch hier sind wieder massenhaft Leute. Trotzdem gibt es Ecken wo man gleich raus starten kann (weil die anderen sich nicht trauen) und das wird ein echter Hammertag: Stundenlanges Fliegen vom Ivonche zum Taucho und wieder zurück. Die Basis liegt bei 1500m was auf Tene recht gut ist. Die meisten landen mehrfach am Strand und Ernst macht den Rückholer für alle.

Der Donnerstag wird zum Tag der Tage in mancherlei Hinsicht. Wir fahren früher zum Jama als am Tag zuvor. Die meisten saufen trotzdem ab, nur Heinz dreht auf und kann zum Ivonche rüber und dann sogar runter zum Strand fliegen. Für den Rest gings dann wieder mit dem Auto rüber zum Ivonche.
Natürlich müssen wir in der Kneipe einen Zwischenstop einlegen. Dann am Ivonche geht's super trotz geschlossener Bewölkung. Die Basis ist heute schon bei 1300m. Ewald fliegt hoch zur Basis, bis er über Funk wieder runter geholt wird: Ein tschechischer Flieger ist wohl ins Lee geflogen und abgestürzt. Der Heli kommt und Ewald will schnell runter, legt die Ohren an und kommt dadurch zu kurz beim Toplanden. Die Landung erfolgt gezwungenermaßen in felsigem Gelände und er verstaucht (oder prellt) sich den Fuß. Nach ca. einer Stunde warten, bis der Heli wieder weg ist ohne viel zu finden (dem Tschechen ist außer Abschürfungen nichts passiert), wird wieder gestartet. Rainer hat die ganze Zeit über schon fix und fertig zum Start da gestanden und legt gleich los. Er kriegt nichts und fliegt runter auf ein großes Feld. Hierbei übersieht er eine Telefonleitung und fliegt voll rein. Beim anschließenden Absturz bricht er sich den rechten Ellbogen und das Handgelenk. Wir fahren sofort runter aber die Polizei ist schon da und hat den Krankenwagen gerufen. Rainer wird ins Krankenhaus nach Americanos gebracht. Hier erweist sich die PCS-Notfallkarte mal wieder als goldrichtig. Wir fliegen heute nicht mehr. Ernst, Volker und Werner sehen abends nach Rainer im Krankenhaus.

Freitag: Der Wind wird stärker. Ein Teil der Gruppe schaut erst mal wieder bei Rainer rein und bringt ihm ein paar Sachen mit. Er wird erst im Laufe des Tages operiert. Dann fährt ein Auto zum Wandern und die anderen nach Fasnia. Zuerst wird Ewald mit dem verstauchten Fuß gestartet. Das klappt auch beim 2ten Versuch ohne zu laufen (fußfreundlich). Bei dem starken Wind wird auch die Landung zum Fahrstuhl-Erlebnis. Die anderen, außer Ernst starten auch, der macht wieder den Rückholer. Anschließend wird Ernst gestartet, Volker gleich hinter her. Der Wind passt hervorragend und die beiden soaren fast eine halbe Stunde  mehrere 100m über dem Startplatz bis der Wind so stark wird, dass der Beschleuniger notwendig wird und eine Landung ratsam ist. Dann brechen wir ab und gehen wohin ??? Natürlich in die Kneipe :-) Anschließend schauen wir noch am Ivonche vorbei aber der Ostwind macht jede Hoffnung zu Nichte. Es folgt die Weiterfahrt zum Taucho. Hier wechselt anfangs die Windrichtung, später scheint was zu gehen und wir beeilen uns, weil es bald dämmert. Ein Teil kann sich noch halten und es wird ein schöner Abendflug.

Am Samstag würde (oder muss) etwa die Hälfte der Truppe gerne nach Hause fliegen. Leider haben die spanischen Fluglotsen was dagegen und streiken. Keiner kriegt ein Flugzeug. Die Transferbusse kommen wieder mit den Urlaubern ins Hotel zurück. Langsam bricht Chaos im Hotel aus, weil es unübersichtlich voll wird. Wir machen nachmittags einen Spaziergang und warten dann wieder bis abends im Hotel ob sich was tut.
Die anderen Reiseveranstalter informieren regelmäßig nur unserer nicht (ich will hier keine Firmen nennen). Wir informieren uns im Internet und bei den anderen Urlaubern (die mit der guten Firma) um nach mehreren Anrufen bei der Hotline festzustellen, dass wir (Steffen, Ewald und Tanja) zusammen mit ca. 10 anderen Urlaubern vergessen wurden. Nach heftigem Protest bei unserem zuständigen Betreuer werden wir sehr spät abends mit dem Bus in ein anderes Hotel gekarrt und fallen erschöpft ins Bett.
Am Sonntag sind wir morgens aufgeregt und früh auf. Der erste Transferbus kommt. Einer der Leidensgenossen fragt den Fahrer ob er uns zum Flughafen fährt, der sagt ja, macht die Türe zu und fährt ohne uns weg. Das gibt echt Zuversicht. Wieder Andere Gestrandete erfahren, dass ihr Flug (von dem auch Heinz betroffen ist, der die Nacht in einem anderen Hotel verbracht hat) zum dritten Mal verschoben wird. Wir informieren uns selbst über unseren Flug und haben zum Glück einen Mietwagen dabei, mit dem wir zum Flughafen fahren. Dort herrscht das erwartete Chaos. Vermutlich tausende Urlauber wollen einchecken und sind hypernervös. Zum Glück sind eine Menge Schalter geöffnet. Wir stellen uns eine Stunde in die Schlange, treffen noch Petra und Achim (die am Sonntag ihren geplanten Flug haben) und schaffen es dann tatsächlich einzuchecken. Nur noch wenig Wartezeit vor dem Boarding und tatsächlich es geht aufwärts. Abends um 6 sind wir dann mit ca. 24 Stunden Verspätung wieder in Stuttgart.

Trotz dem Ärger am Schluss war das mal wieder eine wunderschöne Ausfahrt. Eine Gelegenheit zum Sonne tanken in der dunklen Jahreszeit, ein paar tolle Flugtage und wieder mal viel Spaß in einer super Truppe.
Danke an Ernst, Helga und auch Volker, die nie mit Hilfe gegeizt haben.

Nachtrag vom 6.12.:
Abends ruft Rainer an, er ist aus dem Krankenhaus raus. Es geht ihm soweit gut, die OP ist gut verlaufen. Er fühlt sich vom "Wellness-Team" Ernst, Helga und Volker mehr als gut betreut. Seine Sachen wurden von Helga vorbildlich gepackt. Rainer versucht überhaupt erst mal einen Flug nach Hause zu bekommen, bis jetzt noch kein Erfolg.
Nachtrag vom 7.12.:
Rainer hat über die Rücktrittsversicherung einen Flug organisiert bekommen und kommt am 8.12. mit dem Rest der Truppe zurück. Na also, klappt doch :-). Gute Besserung!

Jetzt gibt auch noch ein paar Bilder...