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Teilnehmer v.l.n.r. ; Ronald (Bericht), Simone, Holger, Anke, Susanne, Christian, Jens, Wolfgang (TO), Karin,
Am Schluss stand es 3:4 in einem wilden Kampf zwischen einem fiesen, allesverregnenden Tiefdruckmonster über Mitteleuropa und einem kleinen, aber tapferen Hochdruckeinflüsschen südlich des Alpenhauptkamms. Wenigstens zum Ende der Woche gelang diesem schließlich ein glücklicher Vorstoß nach Norden und bescherte uns allen vier sehr schöne Flugtage in einem ausgesprochen hübschen Fluggebiet um das Örtchen Werfenweng am Fuße des Tennengebirges ca. 50 km südlich von Salzburg.
Aber der Reihe nach:
SONNTAG / angetäuscht
Bei prallstem Sonnenschein unter einem knalleblauen Himmel lassen wir
die Sache gemütlich angehen. Die TOs Karin & Wolfgang hatten sowohl
unser aller Pension 'Haus Kathrin' als auch Fluggebiet und Umgebung
einige Wochen zuvor ausgiebig erkundet und nutzen den Nachmittag für
eine kleine Besichtigung inklusive Landeplatzeinweisung und gemütlichem
Eisessen im Barbarahof am Fuß der Seilbahn. Leider sollte das für die
kommenden drei Tage das letzte Mal gewesen sein, dass wir den Landeplatz
im Sonnenschein gesehen haben. Schon beim Abendessen (Wenger Alpenhof,
lecker) war's vorbei mit der Herrlichkeit und der Regen legte los.
MONTAG (1:0) / eisige Riesen
Das Wetter ist bescheiden und die Vorhersage nicht besser. Starker
Westwind am Alpenrand und Regen lassen nicht ans Fliegen denken. Wir
machen uns auf den Weg zur weltweit größten Eishöhle, der
'Eisriesenwelt' bei Werfen, mit einer Gesamtlänge von 42 km (!), von
denen der erste Kilometer über steile Treppen mit insgesamt ~700 Stufen
unter kundiger Führung erklommen werden kann. Die Abmessungen der
Höhle(n) sind riesig. Müsste ich einen James Bond-Film drehen, hätte
mein Bösewicht genau hier seine Basis. Gigantisch (und saukalt)!
Wieder draußen empfängt uns... DIE SONNE. Aber halt, es reicht nur für
einen kleinen nachmittäglichen Imbiss auf der Sonnenterrasse der
Seilbahnstation (ja, zur Höhle geht's mit 'ner Seilbahn). Kaum wieder am
Auto öffnet der Himmel erneut seine Schleusen. Die nächste und auch
letzte Attraktion des Tages bleibt das Abendessen im Zistelberghof
(lecker, schon wieder).
DIENSTAG (2:0) / Salzburger Nokerln mit Red Bull
Werfenwenger Wetter lügt nicht. Ehrlicher Regen am Morgen mit Nullsicht
auf den Startplatz. Der richtige Tag also, um den von Karin und Wolfgang
hoch gelobten Kasburger..äh.. Salznokerln..hmm.... Salzburger
Kasnokerln...nein, ohne Kas.... SALZBURGER NOKERLN sowie deren schöner
Heimatstadt einen Besuch abzustatten. Zuvor geht's zum Salzburger
Airport, genauer zum HANGAR 7, unter dessen Dach sich der
Limo-Hersteller RED BULL ein schickes Museum eingerichtet hat, in dem
neben F1-Boliden verschiedener Jahrgänge, Flugzeugen noch
verschiedenerer Jahrgänge, gewaltigen bronzenen Bullen-Plastiken auch
eines der Welt schönsten Damen-Klos zu finden ist (wie mir unsere Damen
in Ekstase versicherten).
Unser Weg führt uns weiter nach Salzburg. Im Auge eines
Touristen-Tornados suchen wir nach der sagenumwobenen Nokerlnquelle
und... werden fündig. Ein riesiger Berg aus Eischnee und Zucker türmt
sich vor uns auf. Heldengleich gelingt es uns ihn gemeinsam
niederzuringen, aber noch im Freudentaumel über das Geleistete werden
wir Zeugen eines denkwürdigen Rekords. Am Nachbartisch gelang es einem
Österreicher, ganz allein, ohne jegliche Hilfe, bloß durch die pure
Kraft seines Willens ein VOLLSTÄNDIGES Nokerl zu vertilgen. Ein
einmaliger Vorfall während seiner 25 Dienstjahre, wie der Wirt allen
Anwesenden versicherte, als er dem neuen Rekordhalter einen Schnaps aufs
Haus spendierte. Wer das Salzburger Nokerl kennt, weiß, dass er den
gebrauchen konnte :-) .
Neben Kunst aus Gurken (!) im Museum der Moderne, der Rettung eines
kleinen Jungen vor der Kollision mit einem Geländewagen (Danke, Anke!)
und dem Wiedersehen mit meinem Jugendheld Barbapapa hielt dann der Abend
daheim ein weiteres Highlight bereit: Ripple und Krustenbraten beim
'Hascht' (saulecker, muss man vorbestellen!).
MITTWOCH (3:0) / Wandertag! Flugtag?
Oha, Frühstück ohne Regen, allerdings auch ohne Sonne und ohne Sicht auf
den Startplatz. Jens schultert trotzdem den Packsack und macht sich auf
den Weg zur Seilbahn. Heute Abend wird er tatsächlich einige Flüge
gesammelt haben. Wir anderen machen uns auf den Weg auf den Bischling.
Zu Fuß! Nach Stunden am Gipfel empfängt uns... Regen. Und Jens, der auf
eine Regenpause wartet und mit einem Abgleiter bis vor die Pension
schließlich belohnt wird. Runter mit der Seilbahn, ab zum Supermarkt und
Nudeln gekauft. Heut Abend wird kochen gelassen (Danke, Anke!)!
DONNERSTAG (3:1) / auftriebsloses Federvieh
Wetter schaut schon besser aus. Zumindest im Modell. Vor dem Fenster
gibt's noch Regen. Ein Grüppchen macht sich auf dem Weg zur Burg
Hohenwerfen zur Greifvogelschau. Mehr als ein paar müde Hofrunden sind
den gefiederten Kollegen aber nicht zu entlocken. Der Falkner weiß auch
den Grund: Bei diesem Wetter fehle der Auftrieb! Na sowas!
Das Wetter wird besser. Die Sonne kommt 'raus. Wir entschließen uns noch
an der Burgführung teilzunehmen, in der Hoffnung, dass sich das schöne
Wetter stabilisiert und die Westseite des Bischlings für heute
Nachmittag ordentlich aufheizt. Kennt ihr übrigens das Gefühl, während
einer Burgführung auf der denkbar engsten Stiege zu einem Glockenturm
zwischen zwei Touristengruppen (bomben)festzusitzen ohne dass was
vorwärts geht, und draußen entwickeln sich vielleicht super
Flugbedingungen??
Wir rasen zurück, werfen uns ins Flugoutfit und eilen zur Seilbahn.
Tatsächlich gelingen heute die ersten Abgleiter. Mehr scheint bei dem
nassen Boden noch nicht drin zu sein. Abendessen wieder im Wenger
Alpenhof (lecker reloaded).
FREITAG (3:2) / Flugtag!
Tolles Wetter, Thermik noch mäßig. Nette Flügle um das Gelände kennen zu
lernen. Gegen 16:30 Uhr dann 'lodert' die Thermik. Erste Flüge zur
Basis.
Für Speis und Trank ist dann abends auf der Magdegg-Alm gesorgt. Wieder
lecker, aber es sei der Hinweis erlaubt, dass der Zustieg durch den Wald
zur Alm vom Wanderparkplatz aus rund 20 Minuten in Anspruch nimmt und
für Pömps tragende Damen eher als Herausforderung gelten muss.
Insbesondere der abendliche oder nächtliche Abstieg ist ohne Lampe zum
Scheitern verurteilt. Glücklicherweise ist der 1. PCS für alles
gerüstet!
SAMSTAG (3:3) / Spitzen-Flugtag!
Super Wetter, aber frühe Wolken schatten zunächst ab. Ab 14:00 Uhr
herrschen beste Bedingungen mit hohen Steigwerten, in der Höhe etwas
turbulent. Basis bei ~ 2500 m. Fliegen so lange man will, yeah!
Abends zieht es Jens und Holger hinauf zum 1. Freien internationalen
Film Festival für den Weltfrieden auf die Bischlinghöhe. Hierfür wurden
abends am Weststartplatz eine Leinwand und Liegestühle aufgebaut. Zu
sehen gibt es kurzfilmische Kleinode, u.a. natürlich zum
Gleitschirmfliegen, dazu ein Lagerfeuer mit Musik und Tanz. Einige der
Jungs und Mädels, die in einem Film übers Akro-Fliegen zu sehen waren
durften wir gestern und heute auch schon live beim Training bewundern.
Zum Schluss gönnen sich einige Besucher einen nächtlichen Abgleiter,
während die Übrigen von der Seilbahn wieder sicher ins Tal befördert
werden. Davon hat der Rest unserer kleinen Gruppe aber nichts
mitbekommen. Wir sitzen nämlich wieder beim Hascht, hauen uns die Wampe
voll und füttern eine echte, uralte Jukebox mit Kleingeld um Lieder zu
hören, zu denen schon unsere Eltern nicht mehr getanzt haben. Mit dem
Nazareth-Klassiker „Love Hascht“ auf den Lippen treten wir erschöpft
aber zufrieden den Heimweg an.
SONNTAG (3:4) / Schöner Flugtag zum Abschied!
Mit schönen Flügen geht eine tolle Ausfahrt zu Ende.
Trotz des Wetters hatten wir eine lustige, spannende und entspannende
Woche, die von den TOs Karin und Wolfgang mit Herzblut vorbereitet
wurde. An dieser Stelle noch einmal besten Dank an die beiden, und viele
Grüße an alle, die dabei waren! Und natürlich hoffe ich, dass Karin und
Wolfgang am Ball bleiben, und die Tour nächstes Jahr wieder anbieten.
Ich melde Simone und mich hiermit an :-) !
Kurz zum Flugberg BISCHLING:
Das ganze ist landschaftlich äußerst reizvoll gelegen. Es gibt drei
Startplätze auf ca. 1900 m (O, S, W), von denen der Ost- und der
Südstartplatz Wind brauchen, da sie ziemlich kurz sind. Die Startplätze
liegen wenige Meter entfernt von der Seilbahn, direkt neben dem
Weststartplatz gibt's eine große Hütte mit noch größerer Terrasse, auf
der für reichlich Speis und Trank gesorgt ist. Der Weststartplatz ist
groß genug für drei Gleitschirme nebeneinander und hat eine komfortable
Länge. Ich bin von einer einheimischen Pilotin vor dem Südstartplatz
gewarnt worden, da dieser bei thermischen Bedingungen entweder durch
Ablösungen von links (Ostflanke des Berges) oder rechts (Westflanke)
überspült werden kann. Da soll's wohl schon einige Unfälle gegeben
haben.
Der Landeplatz ist riesig und praktisch nicht zu verfehlen, auch wenn's immer mal wieder ein Pilot schafft.
Während unserer Anwesenheit haben zwei Flugschulen geschult, das fliegen
einer Volte (Rechtsvolte im Normalfall) schadet also nicht. Vom
Landeplatz ist's ein Fußmarsch von 5-10 Minuten zur Seilbahn. Eine
Tageskarte gibt's für 22 € inkl. Start- bzw. Landegebühr.
Ronald
Und hier gibts noch richtig tolle Bilder...
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