Flims/Laax [08. – 11. Juli 2010] Drucken
Geschrieben von: Christoph   
Montag, den 26. Juli 2010 um 23:20 Uhr

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Teilnehmer (v.l.n.r.): Peter, Andreas, Christoph (Bericht), Manfred, Martin (Ersatz-TO), Werner,
Wolken-Wolf, Rüdiger (Fotos im Album) sowie zeitweise Stefan L. und Anja. Dazu virtuell ständig mit dabei: Ewald, der temporär gegroundete Original-TO.

Um es vorweg zu schicken: für richtige Schwaben ist die Schweiz als Urlaubsland eigentlich nicht vertretbar. Die Berge sind zwar hoch und schön aber die Seilbahnen sind schw...teuer.  Man könnte natürlich hoch laufen aber bis zum Cassonsgrat sind es dann fast 1.600 Höhenmeter. Das will (oder kann) dann doch so recht keiner.

Am Donnerstagmorgen trafen sich relativ pünktlich 8 CH-Kurzurlauber zuerst an der FeWo in Laax und dann an der Talstation der Flimser Bergbahn. Zunächst stand die (in Flims wirklich) Pflicht-Besichtigung des Landeplatzes an. Eigentlich ist der ausreichend groß, aber so abschüssig, dass eine Besichtigung vor dem ersten Flug und eine Einweisung anzuraten ist. Der Trick besteht in einem Queranflug (auf die Seilbahnseile zu!) in 1 – 3 Metern Höhe plus dann ggfs. Abachtern und Runterbremsen im Talwind. Das geht besser als es sich anhört, aber man muss es vorher wissen, sonst geht es ziemlich sicher (und häufig zu beobachten) schief.

Leider herrschte recht starker NO-Wind der einen Start von ganz oben nicht zuließ. Wir beflogen daher nacheinander beide SPs in Naraus auf gut 1.800 m. Zunächst den steileren Schulungs-SP östlich der Bergstation, mittags dann den für Faule idealen fast direkt an der Bergbahn befindlichen dafür aber sehr flachen Naraus-West-SP    

Am Freitag lautete die Vorhersage weiterhin NO-Wind, was für den erhofften Start am Cassonsgrat immer noch nicht passte. An der Bahn meinten dann aber einheimische Tandempiloten, die Thermik setze sich wohl durch der Start am Cassonsgrat sei ziemlich sicher möglich. So haderten wir nur kurz mit dem Geldbeutel, um dann die Tageskarte für stolze 46 Schweizer Franken (mit dem schwachen Euro sind das fast 37 Euronen!) zu lösen. Wir wollten den Cassons ja zumindest einmal sehen (und dann halt ggfs. wieder nach Naraus runterfahren). Nach den zwei Sesselliften bis Naraus waren wir dann an der Cassonsbahn, die als Gondelbahn für 26 Passagiere ausgelegt ist.
Um alle Personen in die Gondel zu bekommen werden die Gleitschirme an großen Haken auf der Außenseite der Gondel aufgehängt. Ein wenig mulmig wird einem da schon, wenn dann die Gondel beim Überfahren der Stützen vor und zurück pendelt! Oben am Cassonsgrat stand in knapp 2.700 Metern Höhe die große Schweizer Flagge eindeutig auf Rückenwind - oder doch von vorne – oder wie sie es gerade wollte. Zumindest gab es einzelne startbare Phasen die mit der Zeit immer häufiger und länger wurden, so dass schließlich doch alle gut starten konnten. Die meisten flogen an diesem Tag sogar zweimal von ganz oben (man muss die Tageskarte ja schon auch ausnutzen).
Martins zweiter Flug erfolge im Dauersteigen was ihm dann doch nicht geheuer war, da eine leichte Gewitterneigung bestand. Weiterhin gab es noch eine Außenlandung ganz weit oben am Berg mit anschließender schöner aber langer Wanderung bis ein Postbus auf freier Strecke gestoppt werden konnte. Der Versuch eines dritten Fluges, immerhin hatte der TO "geniales Abendsoaring auf 2.700 m Höhe" versprochen, scheiterte am mittierweile aus NW aufgefrischten Wind.
Abends teilte sich die Gruppe in „FeWo-“ und „Pizzaesser“. Die Pizza wurde übrigens nicht mit italienischen Mozarella sondern mit Schweizer Käse zubereitet. Das ist zwar nicht original schmeckt aber trotzdem sehr gut (Pizza und drei Bier = 40 Franken).

Für den Samstag hatte "Gleitsegelwetter" eine Chance für einen "kleinen Hammertag" vorhergesagt. Gestartet wurde wieder vom Cassonsgrat. Die meisten schafften es von dort aus übers Crap Sogn Gion ins Rheintal. Wolken-Wolf reizte die schlussendlich doch nicht so guten Bedingungen voll aus, flog zum Teil sehr hoch bis er den Vierwaldstätter See sah (!), kehrte dann um und schaffte es trotz aufziehenden dunklen Wolken aus Süd fast noch (s)ein 100 km FD zuzumachen.

An diesem Tag klappte es für Einige auch mit dem versprochenen Cassonsabendsoaring: nach recht windigen Startbedingungen konnte der Grat ohne die geringsten Turbulenzen ein paar 100 Meter überhöht werden.  Flog man dann in Richtung Flims, trug es "überall", so dass man Flims fast mit Starthöhe über- und bis zum Rhein vorfliegen konnte. So konnte die berühmte Rheinschleife zumindest von oben ausgiebig besichtigt werden.  Das Abendprogramm war klar: schnelles Essen in der FeWo (vielen Dank an Pasta-Koch Werner!) dann Spiel um den dritten Platz der Fußball-WM anschauen. Zu Spielbeginn gewitterte es so heftig, dass erstmal die ganze Region 15 Minuten stromlos war und wir das erste Tor fast verpasst hätten!

Sonntag hatten wir trotz des schweren Gewitters am Vorabend wieder strahlenden Sonneschein. Statt bei unsicheren Winden (und Gewitterneigung) nochmal in Flims zu fliegen (und weitere 46 "Stutz" für Seilbahn plus ordentliche Parkgebühren zu spendieren), schlug der TO vor, auf der Heimfahrt ein Gebiet "am Weg" auszuprobieren: Pizol (Talort Wangs).
Wenn man von diesem Fluggebiet liest, hört sich alles recht kompliziert an: teilweise in der Flugschneise eines lokalen Flugplatzes und quer zum Hang verlaufende hohe Stromleitungen, reine Nordausrichtung. Vor Ort sieht alles halb so wild aus und es geht offenbar bei "fast allen Windrichtungen"! Eine kleine Spaßbremse ist auch hier der Seilbahn-Preis, der mit immerhin auch noch 26 Franken für die einfache Fahrt (in der CH dürfen GS-Flieger nicht kostenlos runterfahren!) zu Buche schlägt. Dafür wird aber Einiges geboten: 1.700 Meter Höhendifferenz und Fliegen in hochalpinen Gelände mit fantastischer Aussicht ins Rheintal sowie auf die Churfirstenkette über dem Waalensee. Der von uns genutzte Insider-Startplatz direkt westlich neben der Seilbahn bietet Platz für maximal zwei Schirme. Es kamen aber alle zügig weg. Die ersten 200 Höhenmeter an der nach Osten ausgerichteten kantigen Felswand musste man sich schon sehr felsnah "erkratzen". Das war nicht jedermanns Sache. Nur Wolf und Rüdiger bissen sich durch und flogen darüber dann mehr als 2 Stunden fast wohin sie wollten. In jedem Fall ein Gebiet zum Wiederkommen oder mal selbst ausprobieren!

Fazit: in den 4, der Papierform nach für Flims eher ungünstigen, Tagen konnte jeder (sogar mehrmals) vom Cassons fliegen. Jeder hat mindestens einen Flug mit mehr als einer Stunde. Übers Grap Sogn Gion kamen fast alle. Wie erhofft von da aus dann richtig weiter ins Rheintal nach Westen kam allerdings nur Wolken-Wolf. Wir haben in 2011 also noch was "abzuhaken" (die Cassonsbahn wird definitiv 2011 wieder bzw. noch laufen!). Danke an TO und Ersatz-TO. Gerne wieder!!
=> Die Schweiz hat wirklich viele wunderschöne hohe Berge, aber alles hat seinen Preis ....  

Und hier gibts noch ein paar Fotos...