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Teilnehmer (v.l.n.r.): Peter, Andreas, Christoph (Bericht), Manfred, Martin (Ersatz-TO), Werner,
Wolken-Wolf, Rüdiger (Fotos im Album) sowie zeitweise Stefan L. und Anja. Dazu virtuell ständig mit dabei: Ewald, der temporär gegroundete Original-TO.
Um es vorweg zu schicken: für richtige Schwaben ist die Schweiz als Urlaubsland eigentlich nicht vertretbar. Die Berge sind zwar hoch und schön aber die Seilbahnen sind schw...teuer. Man könnte natürlich hoch laufen aber bis zum Cassonsgrat sind es dann fast 1.600 Höhenmeter. Das will (oder kann) dann doch so recht keiner.
Am Donnerstagmorgen trafen sich relativ pünktlich 8 CH-Kurzurlauber
zuerst an der FeWo in Laax und dann an der Talstation der Flimser
Bergbahn. Zunächst stand die (in Flims wirklich) Pflicht-Besichtigung
des Landeplatzes an. Eigentlich ist der ausreichend groß, aber so
abschüssig, dass eine Besichtigung vor dem ersten Flug und eine
Einweisung anzuraten ist. Der Trick besteht in einem Queranflug (auf die
Seilbahnseile zu!) in 1 – 3 Metern Höhe plus dann ggfs. Abachtern und
Runterbremsen im Talwind. Das geht besser als es sich anhört, aber man
muss es vorher wissen, sonst geht es ziemlich sicher (und häufig zu
beobachten) schief.
Leider herrschte recht starker NO-Wind der einen Start von ganz oben
nicht zuließ. Wir beflogen daher nacheinander beide SPs in Naraus auf
gut 1.800 m. Zunächst den steileren Schulungs-SP östlich der
Bergstation, mittags dann den für Faule idealen fast direkt an der
Bergbahn befindlichen dafür aber sehr flachen Naraus-West-SP
Am Freitag lautete die Vorhersage weiterhin NO-Wind, was für den
erhofften Start am Cassonsgrat immer noch nicht passte. An der Bahn
meinten dann aber einheimische Tandempiloten, die Thermik setze sich
wohl durch der Start am Cassonsgrat sei ziemlich sicher möglich. So
haderten wir nur kurz mit dem Geldbeutel, um dann die Tageskarte für
stolze 46 Schweizer Franken (mit dem schwachen Euro sind das fast 37
Euronen!) zu lösen. Wir wollten den Cassons ja zumindest einmal sehen
(und dann halt ggfs. wieder nach Naraus runterfahren). Nach den zwei
Sesselliften bis Naraus waren wir dann an der Cassonsbahn, die als
Gondelbahn für 26 Passagiere ausgelegt ist.
Um alle Personen in die Gondel zu bekommen werden die Gleitschirme an
großen Haken auf der Außenseite der Gondel aufgehängt. Ein wenig mulmig
wird einem da schon, wenn dann die Gondel beim Überfahren der Stützen
vor und zurück pendelt! Oben am Cassonsgrat stand in knapp 2.700 Metern
Höhe die große Schweizer Flagge eindeutig auf Rückenwind - oder doch von
vorne – oder wie sie es gerade wollte. Zumindest gab es einzelne
startbare Phasen die mit der Zeit immer häufiger und länger wurden, so
dass schließlich doch alle gut starten konnten. Die meisten flogen an
diesem Tag sogar zweimal von ganz oben (man muss die Tageskarte ja schon
auch ausnutzen).
Martins zweiter Flug erfolge im Dauersteigen was ihm dann doch nicht
geheuer war, da eine leichte Gewitterneigung bestand. Weiterhin gab es
noch eine Außenlandung ganz weit oben am Berg mit anschließender schöner
aber langer Wanderung bis ein Postbus auf freier Strecke gestoppt
werden konnte. Der Versuch eines dritten Fluges, immerhin hatte der TO
"geniales Abendsoaring auf 2.700 m Höhe" versprochen, scheiterte am
mittierweile aus NW aufgefrischten Wind.
Abends teilte sich die Gruppe in „FeWo-“ und „Pizzaesser“. Die Pizza
wurde übrigens nicht mit italienischen Mozarella sondern mit Schweizer
Käse zubereitet. Das ist zwar nicht original schmeckt aber trotzdem sehr
gut (Pizza und drei Bier = 40 Franken).
Für den Samstag hatte "Gleitsegelwetter" eine Chance für einen "kleinen
Hammertag" vorhergesagt. Gestartet wurde wieder vom Cassonsgrat. Die
meisten schafften es von dort aus übers Crap Sogn Gion ins Rheintal.
Wolken-Wolf reizte die schlussendlich doch nicht so guten Bedingungen
voll aus, flog zum Teil sehr hoch bis er den Vierwaldstätter See sah
(!), kehrte dann um und schaffte es trotz aufziehenden dunklen Wolken
aus Süd fast noch (s)ein 100 km FD zuzumachen.
An diesem Tag klappte es für Einige auch mit dem versprochenen
Cassonsabendsoaring: nach recht windigen Startbedingungen konnte der
Grat ohne die geringsten Turbulenzen ein paar 100 Meter überhöht
werden. Flog man dann in Richtung Flims, trug es "überall", so dass man
Flims fast mit Starthöhe über- und bis zum Rhein vorfliegen konnte. So
konnte die berühmte Rheinschleife zumindest von oben ausgiebig
besichtigt werden. Das Abendprogramm war klar: schnelles Essen in der
FeWo (vielen Dank an Pasta-Koch Werner!) dann Spiel um den dritten Platz
der Fußball-WM anschauen. Zu Spielbeginn gewitterte es so heftig, dass
erstmal die ganze Region 15 Minuten stromlos war und wir das erste Tor
fast verpasst hätten!
Sonntag hatten wir trotz des schweren Gewitters am Vorabend wieder
strahlenden Sonneschein. Statt bei unsicheren Winden (und
Gewitterneigung) nochmal in Flims zu fliegen (und weitere 46 "Stutz" für
Seilbahn plus ordentliche Parkgebühren zu spendieren), schlug der TO
vor, auf der Heimfahrt ein Gebiet "am Weg" auszuprobieren: Pizol (Talort
Wangs).
Wenn man von diesem Fluggebiet liest, hört sich alles recht kompliziert
an: teilweise in der Flugschneise eines lokalen Flugplatzes und quer zum
Hang verlaufende hohe Stromleitungen, reine Nordausrichtung. Vor Ort
sieht alles halb so wild aus und es geht offenbar bei "fast allen
Windrichtungen"! Eine kleine Spaßbremse ist auch hier der
Seilbahn-Preis, der mit immerhin auch noch 26 Franken für die einfache
Fahrt (in der CH dürfen GS-Flieger nicht kostenlos runterfahren!) zu
Buche schlägt. Dafür wird aber Einiges geboten: 1.700 Meter
Höhendifferenz und Fliegen in hochalpinen Gelände mit fantastischer
Aussicht ins Rheintal sowie auf die Churfirstenkette über dem Waalensee.
Der von uns genutzte Insider-Startplatz direkt westlich neben der
Seilbahn bietet Platz für maximal zwei Schirme. Es kamen aber alle zügig
weg. Die ersten 200 Höhenmeter an der nach Osten ausgerichteten
kantigen Felswand musste man sich schon sehr felsnah "erkratzen". Das
war nicht jedermanns Sache. Nur Wolf und Rüdiger bissen sich durch und
flogen darüber dann mehr als 2 Stunden fast wohin sie wollten. In jedem
Fall ein Gebiet zum Wiederkommen oder mal selbst ausprobieren!
Fazit: in den 4, der Papierform nach für Flims eher ungünstigen, Tagen
konnte jeder (sogar mehrmals) vom Cassons fliegen. Jeder hat mindestens
einen Flug mit mehr als einer Stunde. Übers Grap Sogn Gion kamen fast
alle. Wie erhofft von da aus dann richtig weiter ins Rheintal nach
Westen kam allerdings nur Wolken-Wolf. Wir haben in 2011 also noch was
"abzuhaken" (die Cassonsbahn wird definitiv 2011 wieder bzw. noch
laufen!). Danke an TO und Ersatz-TO. Gerne wieder!!
=> Die Schweiz hat wirklich viele wunderschöne hohe Berge, aber alles hat seinen Preis ....
Und hier gibts noch ein paar Fotos...
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