Fassatal - Dolomiten [26.09. - 03.10.2009] Drucken
Geschrieben von: Jörg und Martin   
Samstag, den 17. Oktober 2009 um 18:04 Uhr

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Teilnehmer (v.l.n.r.): Klaus, Jörg (ausführlicher Bericht-Input), Werner, Holger, Antonio, Ewald, Rüdiger, Eckart, Martin (TO + Editor), Wolf, Frank, Rudolf

Die Anreise in den vom TO "gut gefüllten" Fahrgemeinschaften lief überwiegend glatt und zügig. Das Wetter vor Ort war trüb und regnerisch. Statt gleich am ersten Tag zu fliegen, konnten wir uns auf dem 'Dolomites Flying Meeting' gemütlich bei Cappuccino und Espresso unter wärmenden Strahlen einiger Gasheizstrahler auf die bevorstehende Fliegerwoche einstimmen.

Das diesjährig zum ersten Mal stattfindende 'Dolomites Flying Meeting' (http://www.dolomitesflying.com/de/) zeigte sich als kleine aber feine Veranstaltung. Relativ wenige Aussteller, dafür viele "Größen" des Gleitschirmsports hautnah präsent u.a. Toni Bender, Burkard Martens ...
Gegen später lichtete sich der Himmel und ab 18:00 waren auch die ersten Schirme in der Luft :-)

Es folgte eine ganze Woche mit touristisch und fotografischem Top-Wetter:
- Sonnig schön die ganze Woche über (seit Jahren mal kein Schneefall!)
- dank mäßigem Nordeinschlag auch klar und immer Super-Sicht
- auf Startplatzhöhe (2.300 m) - windgeschützt und nicht abgeschattet! - angenehme Temperaturen um 10 Grad

Fliegerisch etwas genauer hingeschaut hatte es:   
- die meiste Zeit Nordlage, dementsprechend ruppige bis anspruchsvolle Bedingungen,
- dafür aber auch Steigwerte bis über 9m/s, allerdings Leethermik - wer's mochte, konnte das gut nutzen :-)
- es ging weit hoch, aber leider war's dort oben dann auch saukalt :-(
- wenn auch nicht immer sanft, konnte doch jeden Tag geflogen werden.
- zumindest ein schöner Abgleiter am Vormittag für Flughungrige, Gebietsneulinge und/oder "Softies" war immer drin. Beherzter Vorwärtsstart Richtung Norden und nordseitiges Umfliegen der berüchtigten Ostkuhle vorausgesetzt ....

Trotz der von Jahr zu Jahr immer noch weiter ansteigenden Zahl von Fliegern und dem HG-/PG-Mischbetrieb kam man überraschend  geordnet / fair in die Luft. Die erwarteten - und dort in den letzten Jahren leider üblichen - Heli-Einsätze blieben erfreulicherweise die ganze Woche aus. Was aber nicht heißt, dass in der Luft nicht richtig was los war .... U.a. mischten, offenbar eher unerfahrene, HGs die vor dem SW-Start soarenden GSe mehrfach heftig auf :-(

Am Boden kam es allerdings doch zu einem durchaus (lebens-)gefährlichen Zwischenfall. Ein Pilot aus NL wurde durch einen unkontrollierten Startversuch eines Piloten aus CZ am oberen SW-SP in seinen Schirm geschleudert und beschleunigte eingehüllt in diesen auf dem rutschigen Gras rasant abwärts. Der beherzte Versuch einiger am unteren SP wartender Piloten irgendwie an möglichst vielen Stellen gleichzeitig den Schirm - und keinesfalls den "umwerfenden / mitreissenden" Piloten! - zu greifen schien zwar eher aussichtlos, klappte aber zum Glück doch. Uff!!

Einige fliegerische Highlights:

- jeder PCS-ler mit GPS (und geladenen Akkus!) reichte OLC-Flüge ein (nach PCS filtern und zum Anfang der neuen OLC-Saison 2010 scrollen, da wimmelt es nur so von "Col Redella")
- etliche Flüge über 6 Stunden und über 100 Punkten von Wolf und Rudolf.
- jede Menge persönliche Höhen-, Strecken- und Punkterekorde sowie neue Horizonte / Zielpunkte (u.a. bis weit S/SW-lich von Moena und wieder zurück,  Rosengarten/Karerpass, Fedajasee etc.)
- maximale Höhen von 3.700 - 4000 m
- Toplandung auf der Marmolada incl. anschließender Beweis-Eis-Lieferung (Foto vergessen!!) nach Ab-SAT-en und Toplanden am Rodella-Ost-SP an die dort parawait-ende neidische PCS-Truppe : Respekt, Mats, was für ein temporärer Abschied von den Alpen!
- jeder Teilnehmer konnte nach seinem Gusto ausreichend Flüge machen, im Schnitt um die 10 Flüge.

An einem Tag wurde die Windsituation nach dem Morgenflug als "nur für echte Cracks, aber nichts für uns" beurteilt. Stattdessen - nach sportlicher PKW-Auffahrt, die die Überlegenheit von Diesel-Newton-Metern wiedereinmal deutlich unterstrich - mit der Seilbahn rauf auf den Piz Pordoi (dank genialem Panorama-Pass ja quasi kostenlos!) und von dort den absolut wolkenfreien Piz Boe "packen". Belohnung war eine traumhafte Rundum-Fern-Sicht (>50 km). Man sah auch überraschend viele Fieger am Himmel. Hauptsächlich weit im S/SO an den ersten N-Wind-Prallhängen. Viel Vorwärtsfahrt hatten die allerdings nicht und wir bereuten die Entscheidung fürs Wandern nicht wirklich. Einige traten den Heimweg vom Pecol / Belvedere aus fliegerisch an. Abendsoaring im Talwind war aber - wie die ganze Woche - nicht möglich. (Teilweise musste sogar von der Rodella-Bahn weg eingelandet werden ....).

Kulinarische Höhepunkte waren super leckere und übergroße (>40 cm) Pizzen in der Pizeria Salin in Pera zu überraschend zivilen Preisen, Cappuccino und Studel di Mele auf der Terrasse der Hütte am Col Rodella und natürlich auch die Selbstversorgung in den drei-ein-halb FeWos.

Besondere Vorkommnisse gab es bis auf einen "Verhänger" im Sessellift nicht. Dabei ist aber auch nichts "Bleibendes" passiert. Der Schirm konnte in mehrstündiger Kleinarbeit geflickt werden und flog danach wieder stundenlang.

Auf der Heimreise nutzten Einge noch die Gelegenheit zu einem Abstecher zur  "Free Flight" am Fuße des Tegelbergs bei Füssen. Die "neue" Messe zeigte sich als ein Event mit vielen Vorführungen und allen größeren bekannten Herstellern im Ausstellungsteil. Hier auffallend die immer größere Zahl von Motorherstellern. Das GS-Motorfliegen scheint immer mehr im Kommen. 
Insgesamt war die Ausstellung aber auch nicht ergiebiger oder größer als die "Termik" in Sindelfingen, jedenfalls nach subjektiver Meinung einiger anwesender PCS-ler. Die zahlreichen Vorführungen waren ja dank Tegelberg und schönem Wetter recht interessant. Vor allem der Elektro-Starter Vorführversuch, der wegen eines nicht befestigten Helmgurtes den Helm in den Propeller zog und diesen restlos zerlegte. Oder die Synchron-Akro Vorführung, die wegen zu langer Wartezeit (voraus fliegende GSen) und dann recht geringer Höhe etwas mickrig ausfiel. Alles in Allem gibt es hier noch Optimierungspotential.

Fazit:
Alles hat gepasst: 6 Tage Flugwetter am Stück, eine prima Fliegertruppe. Alle waren happy und blieben unverletzt - was will man mehr?! Insgesamt eine praktisch perfekte Ausfahrt (der Dank an den "Rundum-Sorglos-TO" wurde in flüssiger Form ausgedrückt)

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