Davos (27.02. – 01.03.2009) Ski and Fly, die Idealkombination Drucken
Geschrieben von: Joachim Böckler   
Dienstag, den 02. Juni 2009 um 20:26 Uhr

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Foto: Wolfgang Arnold, Martin Hummel, Mats Schreiber (TO), Peter Murer, Marcus Bollinger, Stefan Gybas, Ewald Zgraggen, Reinhold Günther, Daniel Schnidig, Joachim Böckler (Bericht)   (Club-Zuordnung: unterstrichen = 1.PCS,  kursiv =  SkyAngels)

Die Flugsaison 2009 nähert sich bereits ihrem Zenit, doch bei dem durchwachsenen Wetter* in diesem Mai erinnern wir uns gerne an ihren Anfang zurück, an die erlebnisreichen Tage in Davos. (* Endlich Zeit, den Bericht zu schreiben! )

Treffpunkt war am Freitag morgen gegen 10 Uhr am Parkplatz der Jakobshornbahn. Noch war das Wetter nicht ganz so wie erhofft. Nordwind, leichter Schneefall und die Gipfel in Wolken - nicht unbedingt das, was man am Jakobshorn zum Fliegen braucht. Die obligatorische Landeplatzbesichtigung wurde ad hoc zur Vorstellungsrunde umfunktioniert - schließlich hatte unser TO Mats auch einige seiner Fliegerfreunde von den SkyAngels mitgebracht . Gleich im Anschluss wurden in bewährter Manier 2 Teams gebildet. Die PCS´ler entschieden sich fürs Skifahren bei mässiger Sicht aber traumhaftem Schnee. Die Schweizer verzogen sich nach Klosters, um am Gotschnagrat eventuell doch ein Soaringflügchen zu wagen.

Dort angekommen sah es zunächst recht düster aus, aber die Hoffnung stirbt bekanntlich zuletzt!  Mats als TO ging mit gutem Beispiel voran und machte Nägel mit Köpfen. Die Wolkenbasis erreichte er beim Aussteigen aus der Gondel. Der Wind passte, und beim Blick ins Tal waren doch tatsächlich ein paar Sonnenstrahlen zu entdecken. In Mats-typischer Art hat er sich dann wahrscheinlich "runtergeprügelt" (pure Spekulation, aber man kennt ja seine Pappenheimer) um die am Landeplatz wartenden „Klemmer“ für den zweiten Durchgang doch noch zur Auffahrt zu bewegen, was dann auch gelang. Die Sicht hatte sich inzwischen deutlich gebessert und der Wind war auf Soaringstärke aufgefrischt. Soaren bis zum abwinken war dann angesagt. Ein Toplanding folgte dem nächsten… Die Zeit verging wortwörtlich "wie im Fluge" – so wurde es uns Schwaben zumindest abends berichtet – gesehen hat es von uns keiner ;-)

Am Abend trafen die „Nationalteams“ dann wieder zusammen, um in der Scenekneipe <<Bolgenschanze>> ( d e r  Boarder-Treff in Davos) dem Apres-Ski bzw. Apres-Fly zu frönen. Dort ging dann auch voll der Punk ab. Skihasen wohin die Hände griffen bzw. das Auge blickte!  Spaß beiseite, total tote Hose - wir hatten die ganze Kneipe fasst für uns allein!
Nach einer schlichten Pizza (Tiefkühlkost, klein aber aufgebacken und mit unheimlich „Feuer“) sowie ein oder zwei Gläschen "Flüssigbrot" machten wir uns auf, um unser Nachtquartier zu suchen. Mats hatte im Walserhus im hintersten Winkel des Sertigtals ein günstiges Quartier für uns organisiert. Nach rund 15 km auf nächtlichen, verschneiten Bergpfaden waren wir uns „unserer Sache“ nicht mehr ganz sicher. Ob das mit dem Quartier noch was wird? Keinesfalls anhalten, sonst war es das!  Walserhus, wo bleibst Du? Dann endlich ein Licht am Horizont – auf 1860m Höhe das Walserhus! Darüber inzwischen aufgeklarter Himmel und Sternenpracht. Das Hotel bot für unser Budget Touristenlager im Luftschutzraum. Dicht an dicht lagen sie bereits da, die Schneeschuhgeher, Skitourenfahrer und Eiskletterer. Irgendwie haben dann doch alle ihr Plätzchen gefunden in einem der dreistöckigen Doppelbetten. Viel Platz nach oben gab es nicht, aber das hatten wir ja tagsüber genug. Am nächsten Morgen dann der Blick nach draußen: Tief verschneite Berge im Morgenlicht – fast schon kitschig, Postkartenwetter eben. Kaum vorstellbar, dass am Tag zuvor hier noch alles in der Wolken-Suppe war. Nach einem ausgiebigen, herzhaften Frühstück waren wir ausreichend gestärkt für einen langen Ski-and-Fly-Tag am Jakobshorn. Mats ließ die Brettln gleich im Auto, schließlich wollte er in erster Linie Tandemflüge sammeln. Und wann hat er schon so viele „Opfer“ verfügbar! Jeder von uns „musste“ mindestens einmal als Passagier herhalten – und alle, egal ob mit oder ohne Ski, hat er problemlos in die Luft und wieder auf den Boden gebracht!  Jo und Stefan entdeckten schließlich noch Mats´ vernachlässigten Speedflyer und erfuhren/erflogen sich damit ihren notwendigen Geschwindigkeitsrausch. Einen Ausfall hatten wir leider auch – Ewald hatte sich beim Startversuch den Fuß vertreten und dabei einen Kreuzbandriss zugezogen. „Dumm gelaufen“ kann man da nur sagen.
Nach vielen Pistenkilometern und Flügen fuhren wir müde und hungrig zurück zum Walserhus, wo Mats für unsere Gruppe einen Tisch reserviert hatte. Lammrücken und andere Leckereien rundeten den Tag für uns ab. Dank diverser „Sixpacks“, die unser TO vor dem Tieffrieren im Auto bewahren wollte, dauerte das kurzfristig einberufene „Meeting im Aufenthaltsraum“ für einige von uns dann doch noch etwas länger. Am nächsten Morgen sind wider Erwarten trotzdem alle (wieder) fit und tatenhungrig zum Frühstück erschienen. Leider zeigten sich am Himmel schon erste Anzeichen der vorhergesagten Störung. „Mal schauen, wie lange das Wetter hält, und die verbleibende Zeit nutzen“, lautete unsere Devise. Also skifahren bis die Kanten glühen und fliegen bis die Front kommt – jeder nach seiner Passion. Zwischendurch traf man sich immer mal wieder an der Jatzhütte zum stärken, quatschen und gaffen. Leider war der Whirlpool diesmal nicht  so sehenswert. Da waren die Aussichten damals, als ich die Davosausfahrt noch selbst gemacht hatte, besser!  ;-) 
Am frühen Nachmittag war es dann soweit, der Himmel wurde zunehmend grau und unser Aktivitätendrang war inzwischen gestillt. Alle hatten wir in den vergangenen drei Tagen mehr als genug Ski gefahren und geflogen. In einer Skihütte in Landeplatznähe sind dann ein paar von uns noch schnell eingekehrt zum  Apres-Ski bzw. Apres-Fly, während die Nachhut am Landeplatz noch die Schirme packte. Mit der gegenseitigen Verabschiedung endete dann die gelungene Davosausfahrt.  Ein ganz dickes Dankeschön an dieser Stelle an unseren TO Mats, der dieses Ausfahrtenhighlight im nächsten Jahr ja hoffentlich wieder macht. Das mit dem Wetter hat er nach dem letztjährigen Desaster diesmal richtig gut hinbekommen! Und wenn er in Zukunft noch dafür sorgt, dass in der Bolgenschanze und im Whirlpool etwas mehr „fürs Auge“ geboten wird, sind garantiert alle wieder dabei !

Jo