Norma [02.04. - 09.04.2009] Drucken
Geschrieben von: Martin Siegel   
Dienstag, den 21. April 2009 um 21:54 Uhr
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Teilnehmer (v.l.n.r.): Eilhard, Markus, Martin (TO), Reiner, Hans-Peter, Hazel, Stefan,
Peter, Sarah, Michael, Frank sowie - wie fast immer - mit Fahrrad unterwegs Anja

Die Norma-Tour ist eigentlich dazu gedacht, dem Winter zu entfliehen. Diesmal verließen wir Deutschland allerdigs gerade dann als es dort so richtig frühlingshaft wurde. Prompt hatten wir nach dem Brenner auch ziemlich schlechtes Wetter. Ab Florenz kam dann aber zum Glück doch wieder der begehrte blaue Himmel im Verbund mit Temperaturen um 20 Grad.

Von (größeren) Baustellen und Unfällen verschont, kamen 4 von 5 PKWs von durchaus verschiedenen Abfahrtsorten schon am Nachmittag bei unserem Quartier in Sermoneta auf einem Nachbarhügel von Norma an. Erfreulicherweise wurden GSe am Himmel gesichtet. Die Befragung der Piloten am LP ergab, dass es die ersten Flüge seit fast einer Woche gewesen waren! Auch bei den zweien mit dem Flugzeug Angereisten klappte alles (Flug, Gepäckausgabe, Transfer nach Rom und weiter nach Latina) optimal, so dass auch sie locker bei Tageslicht ihre Zimmer und Betten beziehen konnten.
Erfreulicherweise gibt es inzwischen eine Pizzeria in Sermoneta (Molino), die ertens Platz für die ganze Truppe hat - was absolut nicht trivial ist! - und zweitens tatsächlich auch unter der Woche Pizzi zubereitet! Die Tour konnte somit "richtig" mit Pizza, Vino, Insalata Mista und Tirmisu begonnen werden.

Obwohl oder gerade weil mehr als genügend PKWs zur Verfügung standen, brauchte es eine Weile, bis die Vorort-Logistik eingespielt war. Ein "Not"-Auto wurde unten am Landeplatz in der Ebene geparkt, die 11 Flieger  mit 3 "Last"-Wagen nach oben befördert. Zuvor wurde den 3 Norma-Neulingen natürlich neben dem regulären LP inklusive den inzwischen ja bekannten Norma-Wildschweinen auch noch die fliegerisch oft geschicktere Alternative "Canale Mussolino" gezeigt. Dann begann der Norma-Alltag: ausgiebiges Parawaiting, z.T. auch richtiges Mittagsloch-Schlafen, mit Blick über die gut 400 m tiefer liegende Ebene bis hin zum ca. 17 km entfernten Mittelmeer. Erste Flugversuche führten erwartungsgemäß zu ersten Abholaktionen, da es für die in Norma eigentlich üblichen und vom TO versprochenen Toplandungen halt doch noch nicht ganz reichte.

Nach und nach gelangen dann doch Startüberhöhungen. Und selbst mit sehr geringem Höhen-"Polster" von z.T. unter 100 m wurde begonnen, über das wie ein "Geiernest" an und auf steilen Felsen geklebte Norma zu fliegen sowie auch die ca. 3 km Kante Richtung Cori hin und zurück abzureiten. (siehe z.B. XC-DHV-Flüge 76203 , 79337 und 79338 )
Abends dann Großeinkauf Nr. 1 im nahen Supermarkt und ein erstes von drei großen Kochen in der gut ausgestatteten fast schon als semiprofessionell zu bezeichnenden Küche unserer Unterkunft. Haupt-Chefkoch Frank koordinierte die überraschend zahlreichen freiwilligen Helfer geschickt und achtete auf ein passendes Overall-Timing. Trotz mehreren unerwarteten Nicht-Mitessern blieb weder von der tollen Soße noch vom Salat irgendwas übrig! Bei einem der zwei weiteren Essen übernahmen dann Hazel und Markus Zutatenauswahl, Zubereitung und Koordination der "Schnibbler" und sonstigen Hilfskräfte.

Das Wetter war zwar nicht optimal, erlaubte aber trotz z.T. dunkler und tiefer Wolken sowie ziemlich falschen Wind aus S bis sogar SO jeden Tag Flüge für (fast) jeden. Auch die Toplandequote verbesserte sich stetig. Statt dem vom TO vorgeschlagenen Ausweichen auf andere - zugegebenermaßen fahrtechnisch recht aufwendig zu erreichende - Fluggebiete oder dem Standard-Touri-Program Rom wurde lieber auf Extended Parawaiting und -Relaxing gesetzt. In Norma gehört das irgendwie einfach dazu! Und wir wurden mit Flügen bei teilweise wirklich für unfliegbar gehaltenen Bedingungen mehr als einmal positiv überrascht!

Apropos Überraschung: Mauern und Betten vibrierten mehr als einmal. Für uns und den Ort Sermoneta ohne signifikante Folgen waren die besorgten emails und Anrufe sowie dann die Berichte über anfänglich "nur" 40, später dann fast 300, Tote im ca. 90 km entfernten Aquila eine Überraschung, auf die wir gerne verzichtet hätten ...
Was gab es sonst noch? Den durchaus pragmatischen Tipp zum Obenbleiben: "Nicht nachdenken, eindrehen!". Tischtennis-Rondo unten in der (entweihten) Klosterkapelle bis sehr spät in der Nacht mit jedesmal einem Schluck Vino für den, der rausflog. Den "Unbekannten Parawaiter " (an einem Baum im Gurtzeug aufgehängter dösender Pilot, mit vollständig abgedecktem Gesicht, siehe Foto). Mehrere zum Teil minimalst gescheiterte Versuche, die 1000 m MSL zu knacken. Immerhin ein allerdings (viel zu) niedrig angesetztes Queren von Norma Richtung Sermoneta/Seeze (XC-DHV-Flug 76354 ), dafür aber auch ein Rückenwind-unterstütztes unerwartet weites 4 km Abgleiten aus knapp 400 m (also unterhalb Norma-"Dachhöhe") bis an den Fuss von Sermoneta (XC-DHV-Flug 76201 ). Rumhängen "wie Teebeutel" vor Norma bei strammen NW-Wind. Ein völlig unnötiges Fußübertreten nach gelungener schöner Toplandung. Grün war es wie noch nie zuvor (es hatte dort wochenlang sehr feuchtes "Katastrophen"-Wetter).

8 der 12 Teilnehmer fuhren weiter nach Sillian und machten auf dem Rückweg noch den traditionellen Halt bei Lucca (zwischen Florenz und Pisa). Leider war das fliegbare Wind- und Wetterfenster im Fluggebiet Diecimo so klein, dass nur 3 der 7 Flugwilligen dort auch in die Luft kamen.

Trotz nicht ganz optimnalem Wetter war es wieder einmal eine sehr relaxte Saisoneröffnung und Frühlingsurlaub. Der TO hat die Zimmer für 2010 schon wieder fest gebucht!