Berner Oberland [21.07. - 28.07.2008] Drucken
Geschrieben von: Michael Egert   
Montag, den 21. Juli 2008 um 01:00 Uhr

ImageWie vereinbart traf sich der Großteil der Teilnehmer am Samstag Vormittag auf dem Zeltplatz Gletscherdorf in Grindelwald. Wie es sich gehört wurde gleich am ersten Tag am First geflogen.

Teilnehmer: (v.l.n.r) Frank, Rudolph, Joachim (TO Gulli-Jo), Christoph, Martin, Michael, Holger, Michael (Bericht), Jürgen , Sarah, Stefan, Traute, Werner, Wolfgang, Reiner, Wolf, (auf dem Bild fehlen) Harald, Stefan, Mats und noch ein Freund vom Mats
(also sagenhafte 20 Teilnehmer die es galt unter einen Hut zu bringen!)

Da die Einzel-Auffahrt mit ca. 20€ nicht gerade ein Schnäppchen ist, kauften sich die meisten eine 3-aus-5-Mehrtageskarte, die machte das Ganze ein bißchen erschwinglicher. Wie immer gab es Nachzügler, die einfach nicht rechtzeitig aus dem Bett gekommen sind. Sie kamen erst kurz vor Sonnenuntergang in Grindelwald an und sind auf dem Weg noch in Interlaken geflogen.
Der Campingplatz liegt direkt an einem Gletscherbach. Nicht jeder fand die Geräuschkulisse beruhigend. Doch dank Ohrenstöpsel kam jeder zu seinem Schlaf.

Der Sonntag war der einzige Tag an dem man in Meiringen fliegen darf, da der dortige Fliegerhorst an diesem Tag nicht aktiv ist. Für uns hieß es also: „Auf nach Meiringen!“. Dort angekommen wurde der Landeplatz besichtigt.
Und jetzt kommt's: Unser lieber To hat gezeigt, wie gefährlich
Handy-Telefonieren während dem Fahren, ähhh Laufen sein kann, wenn man nicht nur das Natel sondern auch noch den Autoschlüssel in der Hand hat. Er hat den Schlüssel über einem Gulli fallen lassen! So ein Pech aber auch, es war kein Gulli mit Sieb, das man anhebt und seinen Schlüssel heraus holt. Nein! Hier hatten wir einen Gulli mit einem ca. 1m tiefen, stehendem Gewässer! Zum Glück hat man immer Zeltstange und Magnet im
Auto -> es wurde eine Angel der anderen Art gebastelt. Petri heil, er hat seinen Schlüssel nach wenigen Minuten wieder aus dem Gulli geholt und einen neuen Spitznamen bekommen. TO Gulli-Jo!
Meiringen besticht durch seine sagenhafte Höhendifferenz von ca 1600m, der Startplatz ist ausreichend groß und der Landeplatz ist einfach.
Am Landeplatz haben wir einen Tipp von einer einheimischen Pilotin bekommen, und prompt war es ein super Tipp. Die Axalp liegt südlich von Giessbach oberhalb des Brienzer Sees und ist ein sehr schönes Abendfluggebiet. Da grade kein Postbus in Sichtweite war, wurden die Autos in Windeseile auf die Parkplätze am Start und am Landeplatz verteilt. Auf der offiziellen Landewiese fand grade ein Musikfestival statt. Die Ersatzlandewiese war zwar recht eng, dafür liegt sie direkt
am Brienzer See. Die Gelegenheit nach der Landung in den See zu hüpfen wurde natürlich von einigen Teilnehmern genutzt.

Am Montag ging's nach Mürren. Nach der (für Schweizer Verhältnisse) günstigen Auffahrt setzte sich die Gruppe sehr zügig in Richtung des oberen Startplatzes in Bewegung. An der ersten Wegkehre spürten wir einen leichten Luftzug der den Hang hinab wehte. Darauf hin teilte sich die Gruppe auf. Die meisten beschlossen doch vom unteren Startplatz aus zu starten. Der Wind hatte nach kurzer Zeit Erbarmen mit den Fliegern und so konnte von beiden Startplätzen gestartet werden. Dieses Fluggebiet begeisterte aus den unterschiedlichsten Gründen, manche fanden den Wasserfall sehenswert, dieser liegt jedoch unglücklich zischen zwei Bergbahnen. Andere fanden Felswand besonders praktisch weil man dann schon kurz nach dem Start auf elegante Weise Höhe vernichten kann.

Am Dienstag wurde von Amisbühl aus geflogen. Der Startplatz liegt oberhalb von Interlaken. Beim Anblick einer „Karawane“ von gewerblichen Tandempiloten fürchteten wir zunächst, dass wir keinen Platz mehr für unsere Schirme finden könnten. Jedoch starteten die Tandems nach unglaublich kurzen Startvorbereitungen. So kamen an diesem Tag alle zügig in die Luft. Es konnten zwar keine weiten aber immerhin lange Flüge gemacht werden. Der starke Talwind hat manchem Piloten die
Landegebühr erspart. Je nach Landepunkt musste jedoch mit dem Bauern über eine individuelle Landegebühr verhandelt werden. Den Schießplatz, der zwischen Berg und Landeplatz liegt haben jedenfalls alle verfehlt.

Am Mittwoch konnte endlich wieder am Hausberg des Campingplatzes geflogen werden. Dank der Tageskarten haben sich einige einen morgendlichen Abgleiter gegönnt. Später konnten einige Piloten sogar bis Interlaken fliegen. Nach diesem erfolgreichen Flugtag traf sich fast die ganze Gruppe zum Pizzaessen.

Auch am nächsten Tag wurde wieder vom First geflogen werden. Diesmal gelang es jedoch den wenigsten das Vario längere Zeit zum piepsen zu bekommen. Am Abend kam, wie im Wetterbericht vorhergesagt, die Front mit einem kräftigen Gewitter. Viele Tourteilnehmer verbrachten den Abend im
Aufenthaltsraum des Campingplatzes. Doch das Gewitter drückte die Stimmung nicht merklich. Die Zeit vertrieben wir uns mit verschiedenen Kartenspielen. Da der Bach das Gewitter übertönte war der Schlaf doch tiefg enug um so manchen Wassereinbruch im Zelt erst am nächsten Morgen zu bemerken.

Am Freitag freuten wir uns auf einen weiteren Flug von Amisbühl. Diesmal wollte der Wind jedoch nicht so richtig mitspielen. Zeitweise drückte der Wind von hinten über den Berg. Da die zahlreichen Tandempiloten auch bei Rückenwind starteten, hatten wir in den besseren Phasen den Startplatz für uns. Die Windverhältnisse haben den Flug jedoch nicht immer zum Vergnügen werden lassen. Eine kleine Gruppe ist vom etwas
tiefer gelegenen, sehr kleinen Startplatz Lugibrückli aus gestartet. Doch auch diesen Piloten erging es nicht besser. Am zuverlässigsten ging es über dem Landeplatz nach oben. Doch die Wenigsten hatten nach einem sehr turbulenten Flug noch Interesse erneut auf zu steigen. Nachdem am Vortag, Wetter bedingt, nur schnelle Gerichte gekocht wurden, wurde am
Freitagabend aufgetrupft. Höhepunkt war sicherlich das Käsefondue von dem viele genascht haben. Zwischen den zahlreichen Kochrunden wurde dem TO noch ein explosives Geschenk gemacht: zwei riesen Feurerwerksraketen.
Hoffentlich hat er die Zündung unbeschadet überstanden.

Am letzten Tag der Ausfahrt ging es, wie es die Tradition verlangt, ins Fluggbiet Kandersteg. Kandersteg ist eines der ältesten Schweizer Fluggebiete. Es hat sich wirklich gelohnt den Schirm zum angenehm steilen Startplatz ca 100m oberhalb der Bergstation zu schleppen. Nachmittags gab es „ganz sanfte Thermik“ die manche Piloten zu der Aussage brachten „Ich habe nicht mal nen Klapper kassiert“. Wer sich dann noch den Talsprung traute wurde mit einem schönen soaring Flug am
gegenüberliegen Hang belohnt. Nach diesem sehr schönen Flugtag fiel manchem der Abschied von den Bergen etwas leichter, die anderen freuten sich auf die kommende Woche in Fiesch.

Trotz schlechter Wettervorhersagen ist es gelungen an jedem Tag zu Fliegen. Dies ist sicherlich ein Verdienst des TO. Gulli-Jo hat es geschafft diese große Gruppe von Individualisten immer an den richtigen Startplatz zu lotsen. Dafür nochmals vielen Dank!