Norma - Fliegen über Ruinen und Kriegsgräbern [13. - 20.03.2008] Drucken
Geschrieben von: Martin Siegel   
Donnerstag, den 13. März 2008 um 01:00 Uhr

Emma, Johanna und Kirsten waren nur einige wenige der unzähligen Sturmtiefs, die Anfang-Mitte März über Mitteleuropa zogen und uns nicht gerade optimistisch nach Mittelitalien aufbrechen ließen. Das Wetter während der Hinfahrt war jedoch wider Erwarten ideal. Schnee war nirgends ein Thema. Dafür gab es die doch etwas nervigen aber anscheinend "traditionellen" Vor-Ostern-Baustellen auf der Brennerautobahn und weiter unten dann Staus durch zwei recht spektakuläre Unfälle. Bei einem kam ein mit Carrara-Marmor-Platten beladener LKW mit Anhänger ins Schlingern und verteilte das kostbare Gestein über einige 100 m auf der Autobahn.

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Teilnehmer (v.l.n.r): Pablo, Frank, Sarah, Michael, Reiner, Hazel, Markus, Martin (TO und Bericht) sowie Catharina, die zeitgleich versuchte, das leider geschlossene Kloster Monte Cassino zu besuchen.


Bei der Ankunft in Lazio sahen wir tatsächlich Gleitschirme über Norma. Die Tour hätte nicht besser beginnen können! Dazu kamen alle so frühzeitig in Sermoneta an, dass Zimmer- und Schlüsselverteilung in "unser" einfaches aber feines Hostello SanNicola sowie auch ein erstes gemeinsames Abendessen absolut stressfrei möglich war.

Trocken war es auch am nächsten Tag. Aber schon beim Frühstück fielen die schnell und leider aus einer völlig "idiotischen" Richtung (SO bei Startplatz-Richtung NW) ziehenden Wolken fliegerisch nichts Gutes vermuten.

Nach Mittag - und damit eigentlich zu spät - brachen wir dann auf Rat von Fabio Federicci von der örtlichen Flugschule in das für uns neue Fluggebiet Caira bei Cassino auf. Für die 120 km, davon knapp 50 km Autobahn, brauchten wir trotz italienischem Überholens leider über 2 Stunden! Dafür kamen wir alle in die Luft, teilweise auch bis knapp über Startplatzhöhe und für fast eine Stunde.

Regen und richtige Kälte blieben uns zum Glück weiterhin erspart. Aber der Wind war die ganze Woche gegen uns und einfach nie richtig. Manche nahmen es mit (sarkastischem) Humor: "98% Seitenwind heißt doch immerhin 2% von vorne. Und das sollte doch locker reichen ....". Auch das beherzte und weitreichende Vorwärts-Starten ("seckle - seckle - seckle" Anm.d.R.: Laufen Laufen Laufen) in den annährend-Null-(Seiten-)Wind-Phasen war nicht jedermanns Sache.

Den Norma-Neulingen standen daher zu jeder Zeit - mehr als (?) - genügend Ratgeber zur Verfügung. Catharina machte derweil eine Rom-Tour nach der anderen. Die anderen acht wollten die immer möglich erscheinenden guten Windphasen nicht durch einen Tages-Kultur-Trip aufs Spiel setzen und begnügten sich mit dem Anschauen von Norma und Sermoneta (da gibt es tatsächlich ein Schloß fast ohne Möbel, nun es gab zumindest *ein* Bett für alle Schloßbewohner, sowie dem Einkaufen für die zwei großen gemeinsamen Vino- und Pasta-Abende.

Ein halbwegs guter Tag mit (zu) starkem N/NW-Wind führte dann doch zu einigen typischen Norma-Flügen Richtung Cori sowie über die Dächer von Norma und bis die Sonne weg und dafür der Mond da war. Der TO schaffte es sogar, den PCS-Fliegerhorizont bis nach Seeze auszudehnen und sich trotz starkem Gegenwind und geringer Höhe deutlich unter Grathöhe bis nach Sermoneta zurückzumogeln und dort nahe der Unterkunft auch noch zu landen. Eine erstaunliche Leistung.

Zusätzlich gab es auch noch ein zweiten Flugtag wieder in Caira beim geschichtsträchtigen Monte Cassino (2. Weltkrieg).

Fazit der Woche: es gab schon bessere Norma-Touren. Aber: wir hatten es auch schon mal wesentlich schlechter erwischt (kälter, feuchter, noch schlechtere Windverhältnisse).

Die Woche davor und auch die danach waren deutlich schlechter. Ab Karfreitag versank Rom ja geradezu im (eiskalten) Regen. Bei unserer Rückfahrt schneite es südlich von Florenz übrigens so heftig, dass die Riesenflocken sogar liegenblieben. Seit Jahren konnten wir unseren Zwischenstopp in Lucca auch ertsmals nicht zu einem Flug in Diecimo nutzen ...

In 2009 ist Ostern ja viiiel später. Von daher sind wir zuversichtlich dann auch wieder deutlich mehr als im Schnitt 5-7 Flüge und viel mehr Toplandungen machen zu können. Unsere Zimmer wurden auf jeden Fall schon reserviert!