Fiesch [09. - 16.02.2008] Drucken
Geschrieben von: Matthias Schreiber   
Samstag, den 09. Februar 2008 um 01:00 Uhr

-oder wie das Hochdruckgebiet DAVID uns den Spass am Fliegen nimmt-

Teilnehmer: Traute Werner (TO), Joachim Böckler, Steffen Knöbel,

Gerhard Rehm, Matthias Schreiber (Bericht)

 

Während Gerhard, der leider unserem internen Alterslimit (850 Monate) beim Speedflying zum Opfer fällt, sinnlos 2,5 Stunden über dem Kühboden rumdümpelt, beobachtet er, wie Traute, Jo Steffen & Mats ihren Speedflyingschnupperkurs bei Hansi absolvieren. Den anhaltenden Gefahren der Kälte kann sich Gerhard nur durch ein Toplanding entziehen.

DER KURS: Hansi unser Fluglehrer wusste es gleich, die haben keinen Bock. Jo & Steffen hatten am Vortag mit den Ski 110 km/h auf der Messstrecke geschafft. Also wozu der Unsinn mit diesen geschrumpften Schirmen? Stets bemüht motiviert uns Hansi zum Auslegen der kleinen und lässt uns durch seinen Parcours sausen. Anfangs Touch and Go, kommt mit jedem Run ein weiterer Turn hinzu. Grosses Dank an unseren Trainer, am Ende des Tages lautet unser Resümee:
So schlecht wars Speedflying dann doch net.
Am Ende der Woche legt Mats seine Prüfung ab, und ist nun offiziell beim SHV versichert (Während der DHV vor der unflexiblen EN zittert, ist eben diese und anderes vollumfänglich in CH möglich und bereits rechtlich abgesichert).

FÜR DEN GENEIGTEN LESER: Untergebracht waren wir in einer Ferienwohnung vom Flying Center Oberwallis. Dank Trautes Organisationsgeschick hatten wir ein großzügiges und unschlagbar günstiges Apartment bekommen. Ferner war es Traute selbst, die uns mit ihrer excelenten Kochkunst verwöhnte. (Da dieser Bericht wenig Lob ausspricht, sollte dieser Abschnitt eigentlich zensiert werden.) Steffen, unser Längster, durfte im Kinderbett sich an seine Embrionalhaltung erinnern. Alkohol sei Dank, Mats schlief im oberen Gitterbett.

NOVUM WINTER: Morgens, mittags, abends – immer Rückenwind, gerne auch seitlich. Wer starten will, muss geschmeidig laufen und Fingerspitzengefühl beweisen. Und wozu das ganze? Nur um im vor dem Startplatz ablösenden Bart mit 6m/s zu steigen? So toll ist das Panorama der 4000er ja nun auch wieder nicht. Matterhorn na und? Das Eggishorn hat man auch im Sommer schon mal überhöht. Und warum ist dieses zugeschneite Eis eigentlich UNESCO Welterbe geworden? Die 99km Pisten sind eh nicht auf dem Gletscher.
Um der Höchste zu sein griff Jo tief in die Trickkiste und flog solo am Tandem. Schade für ihn, denn er kam kaum vorwärts, während andere 90km Aufgaben flogen :-)
Wir gönnten uns den verschwenderischen Luxus einer Wochenkarte, welche Aufgrund des Toplandens eigentlich als überflüssig zu betrachten war…

SKIFAHREN MIT STÖCKEN: Während Mats vormittags Kurven übte, erkundete das Winnerteam das alpine Gelände zwischen der Riederalp, Bettmeralp und Fiescheralp. Pulverschnee und beste Piste hielten das fahrende Volk vom Fliegen ab.
Übrigens: im Winter ist die steinreiche und grasarme Fiescher Landschaft per Schneeüberdeckung viel schöner anzusehen und man kommt schneller rum.
Na, ja, diese Pisten: zwischen Könnerstufe 1-6, zwischen affen(-steil)geil, affenglatt und affenflach (nur mittels Stockeinsatz überwindbar) wurden ausgiebigst und fast pausenlos vom Rennteam erkundet um dann nachmittags doch noch die Schirme zu holen und ein paar(wie gesagt mit wenigen Ausnahmen) Abgleiter hinter uns zu bringen, teilweise mit Landung direkt vor unserem Quartier.

AUSBLICK: Davos und Bregenzerwald werden wohl genauso langweilig.

FAZIT: Ohne Wolken schmolzen die Vorräte an Sonnencreme und Mineralwasser dahin. Wer hatte bloß dieses Wetter bestellt? Im Sommer haben wir hier schon weniger geflogen. Abgestumpft vom Hammertagalarm freuen wir uns endlich wieder zuhause zu sein und mal nicht Fliegen zu müssen.