Norma (18.- 26.03.2006) Drucken
Geschrieben von: Martin Siegel   
Dienstag, den 28. März 2006 um 02:00 Uhr
Sonne – Frühling – Fliegen bis zum Abwinken inkl. diverses fliegerischer Ziele: das waren die Erwartungen an Norma 2006. Die täglich verfolgten Wetterprognosen ließen dies leider nicht erwarten Freitag sah gut aus (einige Frühstarter können dies auch mit real durchgeführten Flügen in der Toscana besätigen), für Samstag war das Wetter-Kippen angesagt (Fliegen ging aber bis ca. 16 Uhr noch gut).
Teilnehmer (v.l.n.r. auf Foto unten): Frank Haubach, Josef Kless, Martin Siegel (TO + Bericht), Reiner Weible, Stefan Schlang,
Thomas Ament, Markus Lang (Redaktion), Reinhold Günther, Hazel Tyrrell, Steffen Taut, Markus Färber

Ab Sonntag bis mindestens Dienstag dann durchgehend feucht kalt. Hoffentlich täuschen sich die Meteo-„Lügen“! Doch wir mussten lernen, dass sich die Jungs das mit dem „Täuschen“ lieber für gute Vorhersagen sparen! Im Klartext: die (schlechten) Prognosen trafen diesmal leider voll zu. Und nach dem immerhin bedingt fliegbaren - und unter Ausnutzung eines nicht ganz offiziellen Süd-Startpunktes auch fliegerisch von allen genutzten (Stundenflüge mit bis zu 500 m Überhöhung, alle waren über Norma) - Mittwoch kam ab Donnerstag schon das nächste Tief aus Spanien übers Mittelmeer - und damit richtig feucht - rüber. Fliegerisch ist damit schon fast alles gesagt.

Erwähnenswert ist noch die Komplettsanierung des Startgeländes. Steine wurden entfernt, und die Unebenheiten wurden großflächig mit Erde zugewalzt. Eigentlich eine sehr gute Idee, bei großer Feuchtigkeit aber eher von Nachteil. Tja, und da war dann noch das mit dem vermeintlich cleveren Vermeiden des Landens im ungewöhnlich feuchten Aussenlande-Flussbett, welches mit "richtig" Matsche“ am ganzen Schirm "belohnt“ wurde! Und völlig verblüffend: auch in Norma gibt es so etwas wie urplötzlichen kräftigen Bergwind!

Aber natürlich gibt es Einiges an Nicht Fliegerischem zu berichten: Zunächst mal Anmerkungen der Teilnehmer zur Unterkunft: Ein in die Stadtmauer von Sermoneta integriertes um eine beachtliche Kapelle herum gebautes Gebäude, dass in seiner Geschichte u.a. schon als Unterkunft für Pilger, als klosterähnliches Hospitz aber auch mal als Schule verwendet wurde. Der Wohnort Sermoneta in mittelalterlichem Stil ist sehr sehenswert. Dank EU Geldern erstrahlt er und weitere Orte in der Nachbarschaft in neuem gar nicht italienisch-typischen Glanz. Die Unterkunft ist für anspruchslose Flieger empfehlenswert, allein schon durch die netten italienischen Mietzen (nein falsch gedacht, echte Katzen!). Gern wurde der Aufenthaltsraum und die Gemeinschaftsküche als sozialer Treffpunkt und zum gemeinsamen Pasta Kochen in sehr divers und spontan zusammengesetzten Kleinteams genutzt. (Im Vorfeld dafür "Mal eben schnell" Pasta einkaufen kann auch über eine Stunde dauern!!!).
Die guten Matratzen benötigten teilweise Unterstützung u.a. durch Schranktüren, und mehrfach wurde sehnsüchtig auf 17 Uhr gewartet, da erst ab da Warmwasser und Heizung aktiv waren. Zum Frühstück haben sich einige schon richtig körperlich ins Zeug gelegt und offerierten hart erkämpften frisch gepressten Orangensaft wobei auch die Orangen selbst gepflückt wurden.

Kommentare der Teilnehmer zum Alternativprogramm: Donnerstags gibt es in Pizzerien keine Pizzas (in manchen Pizzerien auch sonst nicht!) Das Wetter ermöglichte umfassende Cappuccino-Tests (alle Tabacchi) in Sermoneta und Norma. Dabei wurden deutliche Unterschiede in Qualität und Service festgestellt. Der Preis ist allerdings überall sensationell günstig (0.7 bis 0,9 €uro). Der recht plumpe Versuch, uns Coperto für 4.5 €uro (statt 1.5) abzurechnen, scheiterte am überlegenen gemeinsamen PCS-Kopf-Nach-Rechnen! Natürlich stand auch Rom wieder für einige auf dem Programm. Neben fast allen üblichen touristischen Sehenswürdigkeiten (hervorragend zeitoptimiert vorbereitet und „abgehakt“) wurde dort auch die anhängende Karrikatur erstellt. Na, lassen sich Teilnehmer identifizieren?
Es gab mehrere Wanderungen in den Monti Lepini und ausgedehnte Joggingläufe bis hin zum sich „zufällig ergebenden“ Halbamarathon mit 700 Höhenmeter! Respekt für Thomas und Steffen, die mehr oder weniger locker mit dem Beinahe-Profi Josef mit- und durchhielten und auch danach sowie am nächsten Tag am Leben „normal teilnehmen“ konnten!! Beim Wandern und Joggen erwischten uns auch mal Regenschauer und Hagel (erbsengroß, Straße sah danach wie schneebedeckt aus). Zuflucht wurde im Schweinestall mit etlichen lebenden und einer toten Sau gesucht. Die Wege wurden zu Bachläufen. Hornochsen-Spielen war auch mit neuen verschärften Regeln wieder angesagt Spannende Hornochsen-Wettkämpfe fanden statt.

Fazit: War der Zeitpunkt falsch gewählt? Nein, denn die Statistik der lokalen Flugschule Wingover spricht für diesen Zeitpunkt. Auch die Flugschule Skyclub Austria war zeitgleich anwesend. Und Walter Schrempf geht seit Jahren genau um diese Zeit nach Norma! Irgendwie herrschte dieses Jahr einfach nur eine maximal unglückliche Wetterlage. Ein Tief nach dem anderen rauschte über Mittelitalien hinweg. Der Durchzug einer Warmfront geschah in wenigen Stunden. Wir hatten zusätzlich wirklich Pech beim Wechsel: Abends und nachts hatte es häufig keinerlei Bewölkung. Die Flugvorfreude beim Frühstück war dementprechend groß, doch bevor wir am Startplatz ankamen war die tiefe dicke Bewölkung auch schon wieder da oder im (windigen) Aufbau. Trotz widriger Umstände hat die Stimmung der Teilnehmer nicht all zu sehr gelitten und wir hatten Spaß miteinander. Ende März 2007 werden wir erneut versuchen, einen Teil unserer Erwartungen an Norma erfüllt zu bekommen.