Erste-Hilfe-Schulung (04.-05.03.2006) Drucken
Geschrieben von: Michael Daiss   
Samstag, den 04. März 2006 um 02:00 Uhr
Der Winter war zurück und bei ordentlichem Schneefall trafen sich 14 Teilnehmer morgens bei der Bergwacht Bad Urach. In der Hütte hat uns unser Ausbilder Thomas Brucklacher mit einem Hefezopf-Frühstück empfangen, bevor wir gemeinsam nach Bad Urach zur Schulung in die Krankenpflegeschule der Ermstalklinik gefahren sind. Bis zum Mittag gab es dort eine zweistündige Einführung zur Organisation der Rettungsdienste und den rechtlichen Verpflichtungen. Zum Mittag wurden wir dann in der mollig warmen Bergwachthütte mit eim erstklassigen Mittagessen überrascht: Maultaschen in Pilzsoße mit hervorragendem Kartoffelsalat (ein Schwabe weiss, wovon er spricht!) - Ein Dankeschön an die Frau von Thomas, unsere Köchin! Anschließend ging es zurück in die Schule, wo wir bis 18:30 Uhr lebensrettende Sofortmaßnahmen vermittelt bekamen.


Ein Ersthelfer sollte je nach Möglichkeit den Verletzten sichern, über „112“ den Notarzt informieren, Kontakt zum Verletzten halten (Bewußtseinskontrolle-Erkenntnisse über kurzzeitige Bewußtlosigkeit) , bei fehlendem Bewußtsein Atmung kontrollieren und ggf. Beatmen und Herzmassage durchführen bzw. bei vorhandener Atmung in die stabile Seitenlage überführen und möglichst ein Auskühlen verhindern. Durch die fehlende Sauerstoffzufuhr bei fehlender Atmung können bereits nach wenigen Minuten zum Tode führen bzw. irreparable Gehirnschädigungen auftreten.

So wurde erst die Theorie durchgesprochen und dann bekam wechselweise ein Teilnehmer ein Kärtchen mit Hinweisen, welchen Notfall er simulieren soll und zwei weitere Teilnehmer übten sich dann als Ersthelfer. Anschließend wurde das „Erlebte“ von Thomas bewertet. So war jeweils sicherzustellen, dass der Betroffene bei Bewußtsein war, falls nein, galt es zu prüfen, ob die Atmung aktiv ist, falls ja wurde er in die stabile Seitenlage gebracht, andernfalls würde im Wechsel zweimal beatmet (wichtig ist dabei das Überstrecken des Kopfes damit nicht der Magen beatmet wird) und 15 Mal mindestens im Sekundentakt (besser fast doppelt so schnell) über den Brustkorb auf das Herz gedrückt, was solange durchgehalten werden muß, bis der Notarzt eintrifft. An zwei Puppen trainierte dann ein jeder von uns die „Mund zu Mund“-Beatmung.
Die weisse Winterpracht machte die Straßen zwischenzeitlich zu einer Herausforderung. Zurück in der Hütte erwartete die Gruppe ein erstklassiges Viergängemenü!- Was absolut der inzwischen gestiegenen Erwartungshaltung entsprach! Mit gut gefüllten Mägen gab es dann einen Verdauungsspaziergang, bei 30cm Neuschnee ging es begleitet von Schneebrüchen 5km bis nach Bad Urach und natürlich auch wieder zurück. Angeblich haben danach dann alle Hüttenbewohner brav in ihrem Hüttenbett im 14-Mann-Zimmer genächtigt. Am Sonntag trafen dann die Heimschläfer um 9.30 Uhr auf die Hüttenschläfer in der Schule, wobei die Hüttenschläfer zuvor wieder einen entscheidenen Verköstigungsvorteil in der Hütte zu sich nahmen. 4 Stunden Informationen und Übungen ohne Pause forderten ganz ordentlich! Jeder Teilnehmer übte das Anlegen eines Druckverbandes zur Stillung einer starken Blutung, mit gleichzeitigem Anheben einer betroffenen Extremität über Herzniveau.
Es folgte eine Erläuterung des Schockzustandes: Aus verschiedenen Gründen senkt der Körper den Blutdruck, was zum lebensbedrohlichen Kreislaufzusammenbruch führen kann-> Hinlegen, Füße hoch, ggf. Ursache (z.B. Blutung) versorgen. Gehirnerschütterung: Durch Befragen des Betroffenen nach dem was passiert ist feststellen, ob kurze Erinnerungslücken vorhanden sind, bei Nichtbehandlung Gefahr von chronischen Kopfschmerzen. Zurück in der Hütte ließ uns Thomas nach dem guten! Mittagessen in den Rettungskoffer schauen und erklärte uns den Inhalt. Der Renner war „zweifelsohne“ ein Pulsmessgerät, welches die prozentuale Sauerstoffsättigung im Blut anzeigte. Wie wir die unterschiedlich angezeigten Werte von uns nun zu deuten hätten, das blieb leider noch offen.
Weiter wurde uns dann die Rettungs-Ausrüstung des VW-Allrad-Busses der Bergwacht erklärt. Im Mittelpunkt stand dabei eine Art „Sommer Akia“, d.h. ein Gestell zum Abtransport eines Verletzten sammt detailierter Ausrüstung von einer mit Styropor gefüllten Vakuummatratze zum Schienen von Extremitäten, bis zu den mitgeführten Seilen und Karabinern. Verwundert waren wir über die dünne Schnur, mit der vom Boden aus verhindert wird, dass der vom ubHHubschrauber Hochgezone nicht das „Spiralen“ beginnt. Zum Abschluss gab es dann noch Demonstrationen, wie man einen Verletzten mit zwei Personen behelfsmäßig transportieren könnte: Liege aus 3 Anoräken und 2 stabilen Ästen bauen oder ein Dreieckstuch zu einem Fingerring zum sitzenden Transport eines Verletzten umarbeiten. Zum Abschied gab es dann noch Kaffee und Kuchen und in zwei Jahren gibt es dann hoffentlich den Auffrischungskurs…Vielen Dank an alle Beteiligten für die äußerst gelungene Veranstaltung.