Zillertal (26.08. - 02.09.2006) Drucken
Geschrieben von: Werner Nagler   
Samstag, den 26. August 2006 um 02:00 Uhr
und die ungeklärte Frage nach dem Angriffspunkt der Kraft...
Schon eine halbe Stunde vor dem vereinbarten Zeitpunkt (!) waren alle Teilnehmer da und konnten den Landeplatz Bruck im Zillertal sowie die Flugstrecke ab Zwischenstation Säulinger Hof ausgiebig studieren. Nach Abholung und Ersteinweisung durch den TO ging es gleich rauf zu unserem Quartier dem Unterflöber Hof von Hanni und Sepp Schiestl.

Teilnehmer (von links nach rechts): Christoph Mazinque, Guido Fielhauer, Bernd Wetzel,
Martin Siegel (Redaktion), Lorenz Datz, WernAir Nagler (TO und Tour-Fakten)

Ganz schnell die Zimmer verteilt und dann gleich zum hauseigenen Startplatz direkt neben dem Bauernhof, der noch während unseres Einziehens schnell gemäht wurde. Den noch guten Nachmittag wollten wir mit Abendsoaring in der Wildschönau ausklingen lassen. Eine Baumlandung nach einem Verhänger vereitelte diese Plan jedoch. Dafür konnten wir die Arbeit der österreichischen Feuerwehr bestaunen. Die Bergung des zum Glück unverletzt gebliebenen Piloten war unkompliziert: einfach eine genügend lange Leiter finden und den Pilot dann zur Leiter hinziehen. Für die Bergung des Schirms mußte allerdings erst noch der Baum gefällt werden. Offenbar sind solche Aktionen im Zillertal nicht üblich. Denn am nächsten Tag wurde die Meldung darüber erstaunlicherweise über Funk und Presse verbreitet!

Trotz des sich anschliessenden 5-tägigen schlechten regnerischen Wetters mit Schneefall bis runter auf 1.500m (=> nur 400 m überm unserem Quartier!, Schneematsch an fast allen SPs)konnten jeden Tag Flüge vom Bauernhof zum LP Bruck und vom Markbachjoch in der Wildschönau mit jeweils 600m Höhenunterschied gemacht werden.

Statt Fliegen war die Besichtigung eines der größten Silberbergwerke der Fugger-Ära (in Hochzeiten arbeiteten dort bis zu 15.000 Menschen!), Schwimmbad- und Innsbruckbesuch sowie einige Wanderungen angesagt. Das Abendprogramm war vielseitig. Es wurden jede Menge Bilder und Videos von PCS Ausfahrten gezeigt. Außerdem wurde noch Skat gespielt sowie getanzt (Lorenz hatte in weiser Voraussicht eine Damenriege mitgebracht!). Ausführlichst wurde auch das Thema "Angriffspunkt der Kraft" diskutiert. Dabei prahlten die Weltbilder aus den zwei verwandten, aber eben doch unterschiedlichen, Fachgebieten Mathematik (Vektoren) und Physik (Mechanik) aufeinander.

Nach den lange ersehnten und schon fast nicht mehr für möglich gehalltenen Aufhellungen am Donnerstag nachmittag, die auch prompt zu ersten Stunden-Soarings genutzt werden konnten, fuhren wir am Freitag nach dem täglichen Bauernhofflug ins hintere Zillertal nach Mayerhofen, wo wir vom Penkenjoch (1300 Hm) je nach Begeisterung 1 bis 2 Alpen-Aussichtsflüge machten. Die Aussicht auf Alpenhauptkamm und einige Gletscher war wirklich gigantisch. Obwohl uns das Fehlen jeglicher Wolken, nach immerhin 5 nasskalten Tagen, eigentlich schon stutzig hätte machen sollen. So blieben uns trotz des blauen Himmels und der sommerlichen Temperaturen - schmerzlich durch Sonnenbrände nach ausgiebigen Parawaiting nachgewiesen - jegliche Thermikgefühle versagt. Dafür konnten wir das umfangreiche Lande-Eis in kurzen Hosen und T-Shirt geniessen.

Am letzten Tag, dem Samstag, flogen in der Früh nochmals zwei Piloten bei strahlend blauem Himmel vom Bauernhof ins Zillertal hinunter. Die anderen brachten die Autos runter. Auf dem Heimweg ging es dann noch zur Choralpe in Westendorf mit ca. 1000m Höhenunterschied, wo die meisten Piloten 2 verlängerte Gleitflüge absolvierten. Nur Lorenz gelang auch hier wieder nach mühsamsten Hangkratzen ein abendlicher Stunden-Soaring-Flug.

Trotz mehr als spätherbstlichen Schmuddelwetters hatte am Ende der Woche die Mehrheit der Piloten 14 oder sogar mehr Flüge absolviert - die Flugstunden verschweigen wir lieber, sowie ein Kilo mit der reichhaltigen Hausmannskost bei Hanni zugenommen.

Unser Dank geht an WernAir, der alles Mögliche und Unmögliche versuchte, um uns trotz widrigster Wetterverhältnisse immer wieder in die Luft zu bringen. Wir kommen sicher wieder, auch wenn WernAir nach dem 10-jährigem Zillertaljubiläum "seine" Tour nicht mehr anbieten wird und mehr als optimal vor-/aufbereitet an Lorenz übergeben hat!