Anmeldung
| Flachlandfliegen und Militärromantik (21. - 28. 07.2007) |
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| Geschrieben von: Martin Siegel | |||
| Samstag, den 21. Juli 2007 um 01:00 Uhr | |||
Schon einige Tage vor dem offiziellen Tourbeginn mussten die Erwartungen an ähnlich gute Streckenflugverhältnisse wie bei den 2006-er Flatlands
, bei denen ja bekanntlich neben größeren One-way-Tasks (bis 80 km) auch - erstmals fürs Flachland - 50-km-Dreiecke (!!)geflogen wurden, drastisch abgesenkt werden. Eine Kette von Tiefs schob sich von Irland über die Nord- zur Ostsee.![]() Teilnehmer (v.l.n.r.): Thomas Kreer, Hazel Tyrrell, Ernst Sans, Herbert Krebber,
Hartmut Marx (TO), Erich Schneck, Markus Färber, Martin Siegel (Bericht) Die viel zu eng liegenden Isobaren ließen zwar auf Trockenheit hoffen - die Regenwolken sollten bei dem Wind ja einfach weggeblasen werden! - aber eben auch bestenfalls auf kleinere Flugplatz-Rundflüge tendenziell eher an Tagesrandzeiten. Entsprechend den Aussichten gestaltete sich das Anreisen sehr flexibel. Nur Erich und Herbert waren ordnungsgemäß zum offiziellen Tourbeginn vor dem ehemaligen MIG-Shelter auf dem Sonderflugplatz "Altes Lager" knapp 50 km südlich von Berlin. Pro Tag folgte dann eine weitere Dreiergruppe, so dass dann schließlich am Montag gegen 11 Uhr mit dem Schleppbetrieb begonnen werden konnte. Bei überregionaler SW-Strömung entschieden wir uns zunächst für das Schleppen auf der kürzeren Nord-Süd-Schleppstrecke. Das Fehlen von Locals und entsprechender Helm-(Warte-)Reihe wurde erstaunlicherweise nicht in rekordverdächtige Fluganzahlen umgesetzt. Es war dagegen fast die Regel, dass beim Ankommen des Lepos (=Seilrückholfahrzeug) kein Pilot schwitzend nach dem Schleppseil "lechzte". Zusätzlich kam der Wind auch immer mehr aus West, also 90 Grad seitlich (von rechts), so dass wir nach einer Wind-Siesta schließlich auf die lange West-Ost-Hauptschleppstrecke parallel zur Betonlandebahn umbauten. Murphy hatte allerdings seinen Spaß an diesem Umbau. Denn kaum dort aufgebaut kam der Wind plötzlich überwiegend aus Süden und damit wieder bis zu 90 Grad seitlich (diesmal halt von links)! Hier zeigte es sich auch, dass Flachland-Thermikfliegen anders funktioniert und deshalb gewöhnungsbedürftig ist. Die durchaus vorhandene Thermik zu finden und zu zentrieren gelang nicht allen. Nur der TO schaffte einen erwähnenswerten Höhengewinn (nach Ausklinken) von immerhin 600 m. Nach jeweils bis zu 5 nicht allzu langen dafür teilweise etwas unruhigen Schlepps bzw. Flügen wurde gegen Abend dann zur - nach dem Fliegen - zweitwichtigsten Tätigkeit in "Altes Lager" dem "Extrem-Lagerfeuer-und-Weißbiering" übergegangen. Außer unserem TO und Beinahe-Local Hartmut gibt es offenbar recht wenige "Pyromahnen" im DCB, die die Unmengen an Bruchholz regelmäßig einer schnellen Umsetzung in Energie und Farbenspiel zuführen. Erich hatte letztmals :-(( sein berühmtes Weißbiermobil gut aufgeladen mit dabei (er hat es tatsächlich verkauft!). Somit waren alle Zutaten für die tägliche Abendbeschäftigung vorhanden. Am Dienstag wurden wir durch dunkle sowie seeeehr schnell und tiefziehende Wolken geweckt. Erst mal alles festmachen, was evtl. wegfliegen könnte. Dann schnell und einstimmig der Entschluss für den obligaten Berlinbesuch als Tagesprogramm. Fliegerisch ging gar nichts an diesem Tag. Selbst die Vor-WM-Segelflugzeuge blieben im nicht weit entfernten Lüssen am Boden. Aber immerhin blieb es überwiegend trocken. Am Mittwoch gab es etwas geringere Windstärken und fast wolkenlosen Himmel. Trotzdem dauerte es bis fast 20 Uhr, bis mit dem Schleppen begonnen werden konnte. Jetzt klappte auch das Schleppen richtig zügig. Die komplett fertigen nächsten Piloten wurden schon vor Ankunft des Lepos angemeldet, umgehend eingehängt und im Stakkato "abgefertigt". Einige beeindruckende Flüge in Parkposition mit Blick immer Richtung Sonnenuntergang waren die Belohnung. Letzte Landung war gegen 21:15 Uhr. Auch die eigentlich noch 3/4-tel fußkranke (bzw. in Reha befindliche) Hazel hielt es nicht mehr am Boden. Donnerstag lief ähnlich wie Montag: früh morgens und spät nachmittags Fliegen, dazwischen ausgiebig Faulenzen, Klönen, Lenkdrachen bewegen, Lesen, Badeseeing und ... Schatten-Suchen! Freitag verlief analog zum Mittwoch: erst gegen 20 Uhr wagten wir erste Schlepps. Diese gingen jedoch kaum vorwärts sondern gewaltig hoch und auch dementsprechend lang. 7 Minuten am Seil und 1.000 m MSL (=900 m über Grund) wurden locker überboten. Nach dem Ausklinken ging es - völlig laminar und damit absolut ruhig - mehr oder weniger schnell rückwärts fliegend zurück zum oder leicht hinter den Startplatz. Erich erwischte besonders aktive Luftschichten und machte (rückwärts!) unfreiwillig den einzigen Mini-Streckenflug weg vom Flugplatz. Trotz insgesamt knapp 70 teils schönen und bemerkenswerten Flügen konnte "Altes Lager" (strecken-)fliegerisch nicht die (zu?) hohen Erwartungen erfüllen. Wildcamping inkl. Lagerfeuerabenden, Sonnen und ausgiebig Faulenzen kamen dagegen alles andere als zu kurz. Alle Teilnehmer bedanken sich bei Hartmut, nicht nur für seine fast schon intimen Beziehungen zum DCB, die diese Tour überhaupt erst ermöglichten, sondern für das wegen des Wetters und der daraus resultierenden fehlenden Locals zwangsläufige unermüdliche Windenschleppen! Im nächsten Jahr wird Hartmut durch Lösen von einem starren Tour-Termin versu-chen, interessierten PCS-lern endlich auch mal die Streckenflugtauglichkeit von "Al-tes Lager" IRL (= in real life) zu beweisen. Bilder im Fotoalbum anschauen...
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