Anmeldung
| Südschwarzwald (28.04. – 01.05.2007) |
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| Geschrieben von: Oliver Arnold | |||
| Samstag, den 28. April 2007 um 01:00 Uhr | |||
oder: Vom Versuch, Petrus zu überlisten
![]() Teilnehmer: Gregor Arlt, Oliver Arnold, Markus Färber (TO), Reinhold Günther, Frank Haubach, Jens und Edith Nickel mit Jan und Meike, Martin Siegel, Hazel Tyrrell (TO), Gertrud und Jürgen Voss Irgendwie werde ich das Gefühl nicht los, dass ich mit Erlangung meiner Fluglizenz auch ein Abonnement für Schlechtwetter mit abgeschlossen habe: Hatte ich mal ein Wochenende richtig Freizeit zum Fliegen, ließ prompt das Wetter keine fliegerischen Aktivitäten zu. War ich mit Freunden ein verlängertes Wochenende in Österreich, passte ebenso prompt der Wind nicht für die nahe gelegenen Fluggelände. Zu Ostern bei Verwandten in Niedersachsen, die Schleppklinke mit im Gepäck, bei strahlendem Sonnenschein Flaute am Windenschleppgelände: „Tut uns leid, das Gelände ist thermisch völlig zerrissen“. Also probierte ich was Neues: Die Ausfahrt des 1.PCS in den Südschwarzwald. Als Mitreisender quasi versteckt in der Gruppe, würde Petrus mich garantiert übersehen. (Bild 1) Meine Rechnung schien zunächst aufzugehen – bei bestem Wetter und frühsommerlichen Temperaturen fuhren wir nach Fröhnd im Südschwarzwald und nach der mustergültigen Einweisung durch unsere TO’s Hazel und Markus erwischten wir gleich den ersten Shuttlebus, der uns auf Empfehlung des Fahrers zum Schneckenhorn auf 995m Höhe transportierte (Bild 2). Allerdings hatten wir kein Vergnügen, den Wolken beim Quellen zuzusehen. Und prompt, wir waren keine zehn Minuten am Startplatz, konnte eine große dunkle Wolke das Wasser nicht halten ... die nächsten zwanzig Minuten hieß es daher: unter die Bäume. Au weia. Auch wenn es anschließend wieder trocken war, strichen die meisten nach zwei Stunden Sonnenbaden und Wolkenspotting im wahrsten Sinne des Wortes die Segel. Die Wolken quollen einfach zu schnell und oft waren bedrohlich dunkle Vertreter darunter. Und so wie Ewa Wiśnierska wollte es dann doch keiner machen. Also wurde der Bus angerufen – er transportierte die Schirme wieder ins Tal und machte Feierabend (da war es so etwa drei Uhr Nachmittags), während die Teilnehmer zu Fuß zum „Holzer Kreuz“ mit gleichnamiger Vesperstube abstiegen. Ein kräftiges Vesper später mussten wir dann mit ansehen, wie sich fast alle Wolken kurzfristig verzogen hatten und einigermaßen annehmbare Startbedingungen herrschten – während unsere Schirme aber nunmehr im Tal angekommen waren ... lediglich zwei besonders hart gesottene Teilnehmer (Martin und Frank), die auf dem Startgelände ausgeharrt hatten, kamen nun zu ihrem ersten Flug – allerdings auch nicht mehr als ein Abgleiter. Inzwischen genossen wir den weiteren Talabstieg zu Fuß über duftende Frühlingswiesen mit herrlichen Ausblicken, aber insgeheim musste ich befürchten, dass Petrus meine Taktik durchschaut hatte ... Nachdem sich die Wolken nach Norden verzogen hatten kamen auch Edith und Markus zu ihrem ersten und Frank sogar zu seinem zweiten Flug. „Morgen wird das Wetter besser!“ – meinten unisono der Busfahrer vom örtlichen Fliegerclub und unser Gastwirt. Na denn ... Am nächsten Morgen schien die Sonne bereits auf den Frühstückstisch. Im Radio dudelten die Gips Kings „Volare ...!“ und als der Wetterbericht verlesen wurde, trat bei den 11 Teilnehmern eine beinahe andächtige Stille ein ... „Heute wird es wieder sehr sonnig mit frühsommerlichen Temperaturen. Am Nachmittag kommt es zur Bildung einzelner Quellwolken, die aber nur im Südschwarzwald zu lokalen Schauern führen.“. Bitte nicht!! Petrus hatte mich entdeckt. Sollte ich es der Gruppe sagen? Was würde mit mir geschehen? Heimgeschickt oder gleich an Ort und Stelle gesteinigt? Keine Zeit zum Nachdenken – der Shuttlebus stand schon bereit und bugsierte uns diesmal auf das Ittenschwander Horn. Na Bitte: Bei strahlendem Sonneschein konnte die ganze Gruppe starten und schwebte sicher zum Landeplatz in Fröhnd (Bild 3). Die Gesichter der TO’s entspannten sich daraufhin merklich. Aufgrund sich ändernder Windverhältnisse steuerte der Bus anschließend den Startplatz Ehrsberger Köpfle an, den wir pünktlich mit den ersten Regentropfen erreichten… Petrus hatte mich wieder entdeckt! Und diesmal ließ er mich bzw. die Gruppe richtig für meinen Vormittagsflug büßen: Während wir uns in einem nahe gelegenen Gasthof stärkten, begann es, wie aus Kübeln zu schütten (Bild 4). Zur gleichen Zeit lag meine Frau im 150km entfernten Stuttgart unbehelligt jeden Regens in der Sonne … Der Shuttlebusfahrer hatte ein Einsehen mit uns und transportierte uns wieder ins Tal hinunter, die TO’s gaben den restlichen Nachmittag zur freien Verfügung, und so konnte man -als sich der Regen ausgetobt hatte- die Teilnehmer zu Fuß, zu Rad bzw. „zu Buch auf der Terrasse“ beobachten. Besonders heldenhaft taten sich dabei Hazel und Markus hervor, die einen abgestürzten Feuersalamander vor dem drohenden Ertrinken bewahrten – er danke es mit einem besonders freundlichen Gesicht für die Kamera (Bild 5). (Mon-)Tags darauf beim Frühstück vermeldete der Wetterbericht quasi die Wiederholung vom Vortag: Sonne in ganz Deutschland, außer einigen Gewittern im Südschwarzwald. Dabei hatten die TO’s in Absprache mit den Wiesentaler Gleitschirmclub sogar deren Shuttlebus ausgeborgt. Fest entschlossen, sich nicht von einem Wetterfuzzi ins Bockshorn jagen zu lassen, knatterten wir mit dem Bus auf das Ittenschwander Horn. Und da sah es eigentlich gar nicht schlecht aus: Die Wolkensituation besser als tags zuvor, der Wind okay – also starteten die ersten drei Flieger raus. Ich dachte mir schon insgeheim, dass Petrus sich am Vortag doch zu sehr mit Regen verausgabt haben könnte. Dabei übersah ich leider seine Geheimwaffe – den Wind: Innerhalb von 10 Minuten hatte dieser so erheblich aufgefrischt, dass niemand mehr starten konnte oder wollte und machte alle Flugchancen zunichte. Also blieb für den Mittag wieder „nur“ ein Alternativprogramm, welches uns unter Anderem auf den Belchen führte (zu Fuß natürlich!) ( komplettes Gruppenfoto mit Kindern). Von diesem schönen Abstecher mit Rundumsicht abgesehen entschädigte vor allem das opulente Abendessen im „Hirschen“ in Fröhnd: Die Rostbraten hatte ungefähr die Maße eines Ziegelsteins und waren super-saftig. Ernüchtert stellte ich fest, dass ich mich wieder auf bestem Weg zur Gewichtsobergrenze für meinen Schirm befand ... Am ersten Mai weckte uns schließlich wieder strahlender Sonnenschein. Im Radio lief „Wunder gibt es immer wieder“ und der Wetterbericht meldete endlich Sonne überall in Deutschland. Freilich nicht, ohne nachzuschicken: „Dazu bläst ein kräftiger Wind aus Ost!“. „Wenn ich den Petrus in die Finger kriege!“, dachte ich beim Biss ins Frühstücksbrötchen ... Trotzdem wagten die verbliebenen Teilnehmer auch diesmal wieder die Auffahrt mit dem Shuttlebus auf das Ittenschwander Horn. Und siehe da: Auch Meteorologen können irren – die Windverhältnisse waren längst nicht so drastisch, wie angekündigt. Und so kamen wir am letzten Tag tatsächlich zu mehreren Flügen – je nach Pilotenglück reichte es nur zum Abgleiter oder aber man kratzte sogar an der 2.000-Meter-Marke. Alles in Allem hat es sich also doch gelohnt – und für eine gesunde Bräune im Gesicht hat es wohl bei allen gereicht. Trotzdem werde ich vor der nächsten Anmeldung meine Haare umtönen und meinen Mitgliedernamen ändern. Vielleicht hilft’s ja ... Fotos: Markus, Frank, Jürgen, Oliver
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