Wintereinbruch und "Indian Summer" in den Dolos [17. - 24. September 2011] PDF Drucken
Montag, den 26. September 2011 um 21:18 Uhr


Teilnehmer: hinten (v.l.n.r.): Klaus, Martin (TO und Bericht), Wolfgang, Holger, Eckart, Wolf, Arndt, Rüdiger, Ewald, Frank
vorne (v.l.n.r.) Stephan, Heidi, Jens, Diethard
es fehlen die Teilzeitteilnehmer: Andreas, Franz und Traute

Bei der Ankunft in Campitello flogen noch einige Schirme. Doch die Wolken aus West/NW waren unübersehbar. Auch der Wind frischte auf. Einige PCS-ler entschieden sich trotzdem für die Panoramapass-Variante 7 aus 13 Tagen, die mit 61 Euro nur 10 Euro teurer ist als die feste 6-Tageskarte und fuhren optimistisch hoch zur Rodella.

Die Schirme waren schon am unteren SW-Startplatz ausgebreitet als das Wetter dann doch sehr schnell radikal kippte. Schnellstmögliches Zusammenlegen und zurück hoch zur Bergstation steigen. Doch die Bahn stellte wegen Hagel- und Kaltfront-Sturm zunächst erstmal den Betrieb ein! Erst eine halbe Stunde nach dem offiziellen Betriebsschluss kamen die "tapferen Fluggieriegen" ins Tal bzw. in die nahe der Talstation gelegene Unterkunft zurück. Das fängt ja gut an :-( Aber es sollte noch "besser" kommen. Am nächsten Morgen waren nicht nur die (tief wolkenverhangenen) Berge wie erwartet weiß, nein sogar im Tal hatte es gute 20 cm Neuschnee bzw. Schneematsch :-(( Sollte sich die Katastophentour 2010 mit nur einem mickrigen Abgleiterflug etwa wiederholen ? Immerhin wußten wir, dass und wie zur Not die Heizungen in den FeWos angeworfen werden konnten ...

Nach dem bedingt fliegbaren Anreisesamstag waren damit Sonntag und auch Montag  fliegerisch gelaufen.
Am Dienstag weckte uns dann aber strahlende Sonne. Was für ein Panorama! Schneebeckte Dolos vor wolkenlosem superblauen Himmel! Natürlich garniert mit beißender Kälte und leider auch deutlich sichtbarem Nordwind. Fliegen konnte man damit weiterhin abhaken. Trotzdem wurden die 6-Tages-Panoramapässe gekauft, weitere Kleidungsstücke auf- bzw. unterlegt und rauf auf die Rodella gefahren. Nach ausgiebigen Fotosessions und Cappuchino-Runden dann auf zu einer Schneewanderung Richtung Plattkofel-Hütte. Die Kraft der Spätsommersonne sorgte für sehr schnelles Schneeschmelzen. Die Beschaffenheit des Weges wandelete sich von Pulverschnee über feuchten Schneematsch zu richtigem (Erd-)Matsch. Es wurde glitschig und feucht, aber auch zunehmend wärmer. Die Optik war ohnehin weiterhin einfach nur gigantisch. Der Tag kann somit auch ohne fliegerische Aktivitäten als sehr positiver Tourtag "verbucht" werden.

Für Mittwoch waren dann sehr geringe Windstärken vorhergesagt. Zusammen mit der weiterhin klaren Luft und den Frühjahrsschneebedingungen versprach das mehr als üppige Thermik. Manche fuhren daher mit durchaus mulmigem Gefühl zum Startplatz. Wenn die Thermik in den Dolos schon "normal" recht heftig ist, was erwartet einen dann erst bei so einem vermeintlichen Hammertag .... Zum Glück wurde aber doch jede Menge (Sonnen-)Energie für das weitere Schmelzen des Schnees und Verdunsten der resultierenden Feuchtigkeit benötigt, so dass es schlußendlich eher "normale" Dolo-Verhältnisse gab. Rodella überhöhen, nach hinten zur Langkofel-Gruppe, Grohmannspitze überhöhen, weiter zum Plattkofel, von dort ab Richtung SW zum Rosengarten gelang einigen PCS-lern (sowie vielen der weit über 150 (!) anderen Fliegern) problemlos.

Der Donnerstag wurde noch besser. Am Freitag nahm die (NW-)Windstärke zu, die Routenwahl wurde damit "selektiver". Neben weiteren langen und weiten Flügen gelangen spätnachmittags ausgedehnte Soaringflüge, da die SO-Seite des Fassatals unerwartet großräumig und recht sanft trug.
Der Samstag brachte "natürlich" weitere mind. 100 Piloten, darunter auch viele Drachen. Da es eher schwierig war, hoch zu kommen, wurde es zwangsläufig nicht nur rammelvoll an den Startplätzen sondern auch sehr voll im untern SP-nahen Luftraum. Das vermieste einigen PCS-lern den geplanten schönen Abschiedsflug doch deutlich. Nur Wenigen gelang nochmals ein weiterer langer Flug. Andere entflohen dem Trubel nach unten und genossen Sonne und Landespektaktel.

Fazit: Viele persönliche Ziele wurden erreicht oder übertroffen. Rosengarten bis zum Karrerpass und auch Vernel bzw. Einflug in die Marmolada-Südwand schafften mehrere PCS-ler nicht nur einmal. Grohmannspitze überhöhen, rüber zur Sella/Ciavates und weiter zum Pordoi sind kaum mehr erwähneswerte "Standards". Trotzdem bleiben die Dolos für jeden eine fliegerische Herausforderung. Kritisch wird allerdings die stetig zunehmende Zahl an Piloten, davon leider auch immer mehr Schulgruppen mit wenig Flug- (und Start-!!!) Erfahrung.

Martin

Und hier gibts auch ein paar Bilder...