Werfenweng [14. - 21. August 2011] PDF Drucken
Dienstag, den 13. September 2011 um 21:21 Uhr


v.l.n.r.: Wolfgang, Wolfgang, Michael, Jörg, Simone, Jens, Karin, Holger, Anke, Ronald.
Leider waren nie, nie, nie, nie alle wirklich zusammen, deshalb fehlen Anke (2), Olly, Gert und Robert.

Sonntag, 14.08.2011
FRESSSTEMPEL IM FRESSTEMPEL
Klar, es ist Sommer, Sonntag und sonnig, natürlich musste mit Stau gerechnet werden! Aber, dass das Navi ganz München schon um 9:00 Uhr mit einem schmucken Kranz kleiner, roter, virtueller Autos umranken und die Autobahn bis hinunter zum Chiemsee damit verzieren würde, hatten wir nicht einkalkuliert. Etwas später als geplant, empfing uns Werfenweng dafür zum Ausgleich für all die Strapazen mit besten Flugbedingungen. Flauschige Cumuli schwebten über den Gipfeln und ein sanfter Westwind umschmeichelte die Flieger am Weststartplatz des Bischling. Keine Frage, wer jetzt hier war, wollte auch fliegen, so dass unsere TOs Karin und Wolfgang das Organisatorische kurzerhand auf den Abend verlegten, getreu dem Motto „Fliegen statt Schwätzen“.

Der Bischling Weststartplatz ist ein leichter Startplatz direkt neben der Seilbahnstation und vor der Bischlingalm, in der den ganzen Tag lang für das leibliche Wohl der Flieger und Zuschauer gesorgt wird. Obwohl nachmittags die Sonne direkt auf den Hang ‚knallt’, war der Wind am Startplatz fast immer erstaunlich schwach. Wer hier jederzeit starten können möchte, sollte daher noch rudimentär vorwärtsstartfähig sein. Zum Landeplatz gibt’s eigentlich nicht viel zu sagen: riesig groß, problemlos zu erreichen. Wenn jetzt noch alle begreifen würden, welche Volte geflogen wird, dann…..aber davon später mehr :) .
Abends tippelten wir hungrig, durstig und um einige Nachzügler verstärkt zum ‚Wenger Alpenhof’, einem von einem knappen Dutzend Fresstempeln, deren Besuch sich dieses Jahr für Schwaben ganz arg lohnte, weil es zum lecker Mahl auch einen Stempel in ein nett gestaltetes Sammelheftle gab. Und für vier gesammelte Stempel sollte es bereits einen der fantastischen, wunderschönen und heiß begehrten ‚Seelenwärmer’-Knödelteller geben. Wer auch nur ein Fünkchen Schwabe in sich trägt, begann schon vor dem Nachtisch zu rechnen: Wochenanzahl der morgendlichen, mittäglichen oder abendlichen Fressgelage geteilt durch 4 Stempel = Anzahl der theoretisch eroberbaren Knödelteller. Wer sich jetzt schon im Geiste als potentieller Eroberer eines ganzen Knödelteller-Services gefeiert hatte, hatte die Rechnung nicht mit der Touristeninfo Werfenweng gemacht. Auch davon später mehr.

Montag, 15.08.2011
IM SALZ
Der Satellitenfilm lässt keinen Zweifel zu. Die tief hängenden Wolken im Tal sollten bald Gesellschaft größerer und nasserer Artgenossen bekommen. Auf www.sat24.com einfach mal von ‚visual’ auf ‚infrared’ schalten. Wenn sich was Weißes nähert, wird’s nass. So war klar, dass uns der heutige Tag eher unter die Erde zwingen würde, als in die Höhe oder gar Lüfte. Da die Eisriesenwelt vergangenes Jahr von uns bereits bereist wurde, führte unser Weg dieses Mal in die Salzwelten nach Hallein, Europas größtes Salz- und Österreichs größtes Schau-Bergwerk.
Wenn sich Flugwetter nur ebenso präzise vorhersagen ließe: Genau mit dem Erreichen des Parkplatzes öffnete der Himmel wie prognostiziert um 11:00 Uhr seine Schleusen und spülte uns zum Kassenhäuschen. Mit Aufruf unserer Tour-Nummer ging es in die Kleiderkammer. Nachdem sich die Besucher hier alberne, weiße Baumwollsäcke übergestülpt hatten, begann die Reise ins Salz mit einem kleinen Zügle, das die Teilnehmer tief in den Berg karrte. Weiter zu Fuß, mittels Rutschen und sogar mit einem Böötle, ging es durch das Bergwerk von Station zu Station. Bei jedem Halt wurde den Besuchern in mäßig launigen Filmchen die Historie des Bergwerkes Hallein vermittelt. Technischen Informationen über das Bergwerk selbst, seine Entstehung etc. blieben jedoch Mangelware, sodass man leider sagen muss, dass der Besuch für technisch Interessierte eher weniger lohnt. Die zahlreich anwesenden Kinder hatten jedoch offensichtlich ihren Spaß.
Praxis-Tip: Rechtzeitig anrücken! Der Ausweichparkplatz war bei unserem Abmarsch bereits derart aufgeweicht, dass einige Autos ohne fremde Hilfe das rettende Ufer schon nicht mehr erreichen konnten.
Nach einer kleinen Stärkung stand abschließend das Keltenmuseum Hallein auf dem Programm, dessen kostenfreier Besuch sich ein schwäbischer Fliegerclub keinesfalls entgehen lassen durfte.
Seinen Knödeltellerstempel durfte uns schließlich nach einem wirklich leckeren Abendessen der Wirt des ‚Zistelberger Hofes’ ins Sammelheftle drücken.

Dienstag, 16.08.2011
EXPEDITION
Die Wetterprognosen waren für den Tag durchweg gut. Leider war jedoch das ganze Tal durch den Regen des Vortages noch ziemlich nass, und der Bischling von einigen Wolken verhüllt. Wir entschlossen uns spontan, eine Fluggebiets-Expedition ins Programm zu hieven. Ziel sollte das Ennstal sein, am Fuße des Dachstein, genauer: der Hauser-Kaibling etwas östlich der Skihochburg Schladming, ein Berg, den der Autor dieser Zeilen von der alljährlichen Skiausfahrt bestens kennt, aber noch nie in grün gesehen hat. Zielsicher lotste ich die Gruppe zu den mir bekannten Liften. Einzig die Gondeln waren es, die fehlten. Ebenso die sonst so hilfsbereiten Ennstäler Liftbetreiber. Schließlich weist uns ein Schild vorbei an schmucken Häusern den Weg tief hinein ins schöne Haus. Am Rande Hausens im Schatten des Hauser-Kaiblings liegt die Hauser Seilbahn, eine winzige Kabinenbahn. Der Betreiber weigerte sich jedoch zunächst unsere Drachen auf den Berg zu transportieren bis wir ihn schließlich davon überzeugen konnten, dass wir keine Drachen sondern Gleitschirme in unseren Packsäcken versteckten.
Mit großem Interesse und einigem Mitleid sah ich die Fliegerfreunde mit ihren Packsäcken vor mir in der winzigen Seilbahn verschwinden und mit einiger Erleichterung musste ich feststellen, dass für mich und zwei weitere Glückliche in dieser Fuhre kein Platz mehr sein würde. Entsprechend entspannt entstiegen wir der Gondel am Gipfel, nur um festzustellen, dass die Vorhut nicht zum Nord-West-Startplatz abgestiegen, sondern dabei war, in Richtung Gipfelstartplatz (West) aufzusteigen.
Während unserer Verfolgung hat uns ein anderer Pilot schon mal anhand zweier vorbildlicher Fehlstarts die Schwierigkeiten des Startplatzes vor Augen geführt: rasch drehender Wind, zum Teil kurzzeitig von hinten, gepaart mit einem holprigen, steilen und endlichen Wiesenstartplatz und kaum Möglichkeit zum Startabbruch. Bei gut anstehendem Wind ohne weiteres startbar, bei Nullwind eher anspruchsvoll. Ebenfalls zu beachten ist, dass das Tal, in das man vom Gipfelstartplatz hinaus startet, praktisch unlandbar ist. Daher immer den Grat mit dem Funkmast im Auge behalten und rechtzeitig auf die Nordseite wechseln.
Jörg und Jens  machten sich startklar und setzten darauf, dass die Vorwindphasen aufgrund der zunehmenden Sonneneinstrahlung auf den Hang häufiger werden würden. Der Rest marschiert wieder hinunter, an der Seilbahnstation vorbei, zum Nord-West-Startplatz. Dieser liegt lauschig, eingezwängt zwischen Seilbahnkabeln und Restwald, auf einer als Alm getarnten Skipiste.
Als Quasi-Ortskundiger war es an mir, als erster den Start zu wagen. Tatsächlich ist der Weg ins Tal ziemlich weit, sodass es sicher keine schlechte Idee ist, beim ersten Flug vom Kaibling nicht zu warten, bis man das weiße in den Augen der Almkühe orten kann, sondern sich eine Route zurechtzulegen, auf der man komfortabel zum Landeplatz kommt. Außenlandemöglichkeiten sind zwar auf den ersten Blick ausreichend vorhanden, bestehen aber meist aus recht schmalen Skipisten, die eher anspruchsvoll anzufliegen sein dürften (auch ohne die Liftseile allerorten).
Der Landeplatz liegt mitten in Haus, und ist erstaunlich groß. Er fällt quer zur Landerichtung etwas ab, ist aber in Landerichtung mehr als ausreichend lang. Ein Fußmarsch von wenigen Minuten führt zurück zur Seilbahnstation.
PraxisTip: Sollte beim Einpacken am Landeplatz plötzlich ein Handschuh fehlen, kann es sich lohnen, den Gleitschirm des benachbart einpackenden Fliegerkollegen noch einmal zu entfalten, anstatt eine Dreiviertelstunde lang (in praller Hitze) das hohe Gras des Landeplatzes danach zu durchforsten. Nicht nur der Handschuh fehlte, auch Karin und Wolfgang fehlten. Unsere beiden TOs wurden am Startplatz von Rückenwind überrascht, der durch die zunehmend thermische Aktivität an den Süd-West-Hängen des Kaibling über den nahen Sattel zum Startplatz zog. Offenbar taugt der Nord-West-Startplatz nachmittags nicht mehr so recht. Naja, learning by doing. Beide mussten den Abstieg mit der Minigondel bestreiten.
Der eine oder andere schafft schließlich nach der Rückkehr nach Werfenweng eine der letzten Gondeln hinauf auf den Bischling und gönnte sich noch einen Abendflug unter nun besten Bedingungen, bevor schließlich der Abmarsch zu einem kulinarischen Höhepunkt der Woche anstand. Bauernbratl mit Semmelknödeln und Sauerkraut beim ‚Hascht’. Leider war die Wurlitzer gerade etwas zickig. Als würdiger Ersatz stellte sich unser Schlagerexperte Olly heraus, der uns aus einem wahren Schatz echter Vinyl-Schallplatten (die schwarzen Dinger, die aussehen wie riesige Lakritzschnecken, nur flacher) einen Strauss grausiger Schlager bereitete, was diverse alkoholische Betäubungsmaßnahmen erforderte.  
Stempel Nr. 3 brachte uns schließlich dem ersehnten Knödelteller ein großes Stück näher. Für die Schlager hätte es eigentlich zwei geben müssen.

Mittwoch, 17.08.2011
FLUCHT VORM FLIEGEN
Perfektes Wetter, perfekter Tag. Zu perfekt für den bedauernswerten, diese Woche zum Fußgänger degradierten Wolfgang. Der Namensvetter unseres TOs hielt den Anblick all der Flieger nicht mehr stand und floh nach Salzburg, wo er sich unter anderem im RedBull Hangar 7 ersatzweise den großen Fliegern widmete. Der Rest nutzte den Tag fliegend bis zum Schluss.
Und auch wenn die Knödelteller zum greifen nah waren. Die Stars des Abends auf der ‚Mahdegg-Alm’ waren nicht der Stempel und sein Kissen, oder das Essen, oder gar der Tross mountainbikender Damen, der sich in der Abenddämmerung den steilen Anstieg zur Mahdegg hoch wuchtete. Stars des Abends waren Sissi und Garfield, zwei Jungkatzen, die den ganzen Abend wild raufend zwischen den Gästen umhertobten und die es nur der Wachsamkeit der Hausherrin verdankten, dass sie nicht in einem Wander- oder Radelrucksack versteckt die Reise ins Schwabenland oder sonst wo hin antreten mussten.
Während Karin noch an ihrem Entführungsplan feilte, stürzten sich die Radeldamen mit Grubenlampen ähnelnden Stirnleuchten in stockfinsterer Nacht ins Tal hinab, und wir taten es ihnen kurz darauf gleich.

Donnerstag, 18.08.2011
LINKSREVOLTE
„Mit der Landevolte haben sie’s hier wohl nicht so!“ war der Kommentar eines Fliegerkollegen am Landeplatz. Er gehörte einer Gruppe an, die an diesem Tag das erste Mal den Bischling beflog und deren Angehörige einwandfrei dadurch zu identifizieren waren, dass sie konsequent per Linkslandevolte am Landeplatz einschwebten. Eigentlich eine schöne Idee, wenn man davon absieht, dass man dabei mit 99% der fliegenden Restbevölkerung auf Kollisionskurs geht. Auch ließ sie unbeeindruckt, dass sämtliche Tandems, Flugschüler und Akropiloten ebenfalls die Rechtslandevolte bevorzugten. Warum bevorzugten? WEIL ES SINN MACHT! Die letzte Möglichkeit das finale Absaufen zu verhindern oder wenigstens hinauszuzögern ist nämlich der Hintern eines Bergrückens direkt am Landeplatz, an dem der landeunwillige Pilot in der Regel bis zuletzt versuchen kann, der Schwerkraft zu trotzen. Wenn’s schief geht, lässt man es einfach in einer formschönen Rechtslandevolte ausschweben. Fertig! Zur Verdeutlichung der Problematik fanden sich TO Wolfgang und ein bis dahin unbekannter, frischgebackener Freiflieger der Linksvoltenanhänger bereit. Mit dem zeitgleichen, gegenläufigen Queranflug begann ein Luftballett, das seinesgleichen sucht. In formvollendeten Pirouetten umkreisten sich beide Schirme, flogen voneinander weg, flogen aufeinander zu, wichen einander Haken schlagend aus, um dann schließlich doch ermattet niederzugehen. Versuchten sich beide in der Luft noch aus dem Weg zu fliegen, so schien TO Wolfgang am Boden von dem Kollegen magisch angezogen zu werden. Nach einer kurzen, intensiven Ansprache seinerseits entspannten sich die Mienen jedoch rasch und beide zogen lachend in Richtung Abbauplatz.
Finden sich auf der Westseite des Bischlings neue Freunde, kann man auf der Ostseite schon mal verloren gehen. Von ihrem Ausflug berichtete uns Anke folgendes:

„Voller Optimismus fliegt man da mal auf die Ostseite des Bischling, dem Landeplatz abgewandt, freut sich über kleine Bläschen und bemerkt dann zu spät, dass die zu zart waren für substantiellen Höhengewinn. Wer die Skipiste kennt, fliegt dorthin und wechselt wieder auf die Westseite. Wer die nicht kennt, der sucht sich schnell eine feine Landewiese am Berg aus. Da es nicht viele gibt, fällt die Auswahl nicht schwer. Nur leider ist der Berg im Osten steil und sehr ursprünglich in seiner Vegetation, so dass die Tour bergauf mit Sack und Pack in den späten Morgenstunden schweißtreibend ist und zum Teil auf allen Vieren geschehen muss. Nach ersten Schwächeerscheinungen erinnert man sich ans Funkgerät, das jedoch bestechend leise bleibt. Ein Glück gibt es Handys! Erste Lebenszeichen werden ausgetauscht. Tipps der Locals: Richtung Grat laufen. Sehr gut. Wo der ist, ist klar, jenseits des dichten Gestrüpps und Dickichts. Nach gefühlten 500 Höhenmetern Gekraxel, schwindendem Wasservorrat und dreimaligen Überlegungen, ob es mehr Sinn macht, wieder runter auf die Landewiese und dort einen Startversuch in die beginnende Thermik zu wagen (nur wohin?), kommt endlich ein Trampelpfad in Sicht. Die Entwarnung kommt über Funk und alle gebannten Zuhörer dieser Geschichte können nun ein wenig aufatmen. Nun noch eine kleine Wanderung die restlichen 300 Höhenmeter rauf, zuletzt unterstützt durch einen überaus netten Packsackträger. Statt der Thermikblasen haben sich andere Blasen gebildet? ein schlechter Tausch! Aber - Ende gut alles gut, und was nicht tötet? Also wieder ab in die Luft!“

Nach soviel Dramatik hatten wir uns das Essen im ‚Chili’ redlich verdient. Der Name klingt seltsam, und das Schild des Restaurants könnte in dieser Aufmachung über jedem Gärtringer Döner-Laden prangen. Geschmeckt hat’s aber bestens, wodurch es sich für den einzigen Doppelbesuch der Woche qualifiziert hat. Zumal uns zumindest schon mal der erste dieser sagenumwobene Knödelteller bereits sicher war und wir somit auf diesen Stempel nicht mehr angewiesen waren.

Freitag, 29.08.2011
FRONTAL
Eine Front sollte uns heute Streifen, und die Luft in 3000 m auf 40 km/h beschleunigen. So eilig hatten wir es dann doch nicht, und einige von uns beschlossen, sich die Werfener Hütte mal aus der Nähe zu betrachten, nachdem der eine oder andere die Tage zuvor schon vor ihr kreiste.
Der Zustieg erfolgte in schönster Sonne über einen Osthang. Von der Front war weit und breit nix zu sehen. Bevor es in den finalen Endaufstieg ging, gönnten wir uns eine Rast auf einer kleinen Alm, während uns die Sonne das soeben Getrunkene schon wieder aus den Poren presste. Weiter ging’s. Schnell noch um den Grat herum und ….huch, da war sie, die Front! Rabenschwarz hingen die Wolken bereits im Salzachtal. Nur wenige Kilometer trennten uns von den Wassermassen. Leider trennten uns auch noch 250 Höhenmeter von der Werfener Hütte. Wir beschleunigen unseren Schritt. 200 Höhenmeter bis zur Hütte. Es beginnt zu tröpfeln. Die Regenklamotten werden einsatzbereit gemacht. Noch 150 Meter. Der Regen legt zu, der Wind frischt auf. 100 Meter bis zur Hütte. Der Wind hat jetzt Sturmstärke, der Regen weht uns frontal ins Gesicht oder direkt in den Nacken. Das Wasser wird spürbar kälter. 50 Meter unterhalb der Hütte. Die Schleusen öffnen sich vollends. Wie aus Kübeln ergießt sich das Wasser. Nicht von oben, von vorne! 20 Meter, die Hütte ist zum Greifen nah, durch den Sturm aber kaum zu sehen. 5 Meter vor der Hütte. Es hört auf zu Regnen, der Wind flaut ab, der Himmel reißt auf, die Wolken verschwinden, die Sonne kommt hervor und brennt munter, als wäre sie nie weg gewesen.
Pitschepatschenass laben wir uns an den Spezialitäten der Hütte, kredenzt von einem echten Sherpa. Wir nutzten die Zeit, unsere Klamotten zu trocken.
Der Abstieg führte uns wieder vorbei an der Mahdegg-Alm, vorbei an Sissi und Garfield, zurück in die Zivilisation.
Mit knapper Not schaffen es Karin und Jörg noch in die Touri-Info und können stolz ihren wohlverdienten Knödelteller in die Arme schließen. Ihren ersten wohlgemerkt. Denn die Stempeljagd geht natürlich weiter. Heute Abend endlich in unserer Herberge, dem ‚Barbarahof’ mit seinem fliegenden Koch.

Samstag, 20.08.2011
KLAMM
Auch an diesem Morgen huschten die Wolken noch ein wenig zu schnell über den Himmel. Die Prognosen gelobten allerdings Besserung für den Nachmittag, sodass für den Vormittag wieder ein Alternativprogramm aus dem Hut gezaubert wurde. Wenige Kilometer entfernt liegt der Ort St. Johann im Pongau. Er selbst hat geringe touristische Relevanz, die nahegelegene Lichtensteinklamm hingegen schon. Ein schmales Wegle führt durch die teils schon höhlenartige Schlucht, die sich der tosende Wildbach in den Fels geschnitzt hat. Am Ende seines Weges findet der Wanderer neben Busladungen von Touristen zur Belohnung einen recht ansehnlichen Wasserfall.
Pünktlich zum Ende der mittäglichen Seilbahnpause zurück, begutachten wir bei schönstem Wetter den leider immer noch strammen Wind. Die meisten entschieden sich zumindest mal für eine Startplatzbesichtigung, einige zogen eine Shoppingtour in Richtung Salzburg vor. Letzteren entging somit leider der Start eines Wettkampfes um den Austria-Cup. In zum Teil wilde thermische Ablösungen starteten die Wettkampfsicheln in Richtung Tennengebirge. Umso erstaunlicher, dass sich der Tross nach einiger hoffnungsfrohen Kreiserei über einem nahen Bergrücken anstatt in die Lüfte, nach und nach ins Tal schraubte, um schließlich kampflos auf dem nahen Landeplatz niederzugehen. Das war allerdings auch nicht das übelste Schicksal, weil just an diesem schönen Tag ein Grillfeschtle am Landeplatz für gute Laune sorgte. Nachdem die Startbedingungen freundlicherweise unseren Fähigkeiten etwas entgegengekommen waren, wagten schließlich auch wir das eine oder andere Flügchen.
Am Abend schließlich, zum Abschluss einer wirklich gelungenen Woche trafen sich alle verbliebenen 1.PCSler (einige mussten uns leider schon früher verlassen) noch einmal im ‚Chili’ und krönten die Woche erneut mit einem richtig leckeren Essen.

Sonntag, 21.08.2011
DAVON
Abschied von der zweiten Werfenweng-Ausfahrt des 1.PCS. Die TOs Karin und Wolfgang haben wieder ihr Bestes gegeben und eine tolle Tour auf die Beine gestellt. Und nachdem uns der Wettergott dieses Jahr beinahe die ganze Woche über hold war, dürften fliegerisch kaum Wünsche offen geblieben sein. Insofern dürfen wir gespannt sein, ob sich das nächstes Jahr überhaupt noch toppen lässt. Simone und ich sind auf jeden Fall schon angemeldet :) !

Viele Grüße noch mal an alle Werfenwengler,

Ronald & Simone


Nachtrag: Es hat übrigens nichts genutzt. Da standen wir nun mit unseren Stempelheftlein. Kaum ein Feld war blank geblieben. Eine Woche lang hatten wir uns nach allen Regeln der Kunst einen Stempel nach dem anderen ehrlich erfressen oder trickreich ergaunert. Und nun das. Irgendwas von ‚Gerechtigkeit’ oder so, hatte die Frau in der Touri-Info geredet. Dass die Rechnung: 4 Stempel = 1 Knödelteller, 16 Stempel = ein Knödelteller-Service so nicht aufgemacht werden könne. Davon, dass alle Besucher die Chance haben sollten, einen der schönen Knödel-Teller mit nach Hause zu nehmen, und so weiter. Schockiert über den Verlust ziehen wir mit unseren zwei verwaisten Knödeltellern von Dannen. Aber nächstes Jahr kommen wir wieder! Und bis dahin lassen wir uns was einfallen!! So schnell gibt sich der Parafly-Club Schwaben nicht geschlagen!!!

 

Hier gibts dann noch ein paar tolle Bilder...