| Großes Walsertal - [11. - 14. Juni] |
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| Geschrieben von Martin Siegel | |
| Montag, 29. Juni 2009 | |
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Teilnehmer v.l.n.r.: Andreas, Martin (Bericht), Klaus (TO) plus Gabriele (Fotografin) Trotz reservierter Unterkunft wurde der Tourbeginn wetterbedingt um einen Tag verschoben. Erfreulicherweise sogar ohne Stornokosten. Bei blauem Himmel trafen wir uns an der fast zu übersehenden Talstation in Schnifis. Von dort aus wurde der auf einer nahen Kuppe liegende Hauptlandeplatz besichtigt. Trotz verschiedendlich gelesenen Bewertungen "anspruchsvoll" (eben wegen der Kuppe und auch der Lage kurz vor einer engen Düse) wurde er von uns als absolut problemlos landbar eingestuft. Auf eine Besichtigung der zwei weiteren LPs wurde zugunsten einer schnellen Auffahrt verzichtet. Alle setzten auf einen schnellen kurzen Flug vor der Mittagspause und mindestens einen weiteren längeren Nachmittagsflug. Es waren ja auch schon einige Morgen-Abgleiter unterwegs. Nach durchaus gymnastischem Einstieg in die max. 5 Personen fassende Gondel (Grundriss wie Bezau, aber nur 1.60 cm hoch, dafür mit Sitzen), 7 Min Auffahrt und kurzem Fussweg trafen wir am großen ideal geneigten Wiesenstartplatz "Hensler" ein. Der Mähbetrieb war dort in vollem Gange. Die noch ungemähte "Insel" für die schon startklaren oder noch wartenden Flieger wurde zusehens kleiner: so muss sich ein Eisbär auf einer schmelzenden Eisscholle fühlen! Das Ganze lief bemerkenswert stressfrei und mit gegenseitiger Rücksichtnahme ab! Leider kamen die wegen des herrschenden NW-Windes (Startrichtung SO bis SW) dringend erforderlichen Ablösungen nicht im erwarteten Umfang. Und die gelegentlichen Nullwindphasen wollten wir zu diesem frühen Zeitpunkt nicht mit Vorwärtsstart-"Anstrengungen" ausnutzen. Nach gemütlichem Kaffee und vorgezogenem Lande-Apfel-Strudel entschlossen wir uns zum "Gipfelsturm" zum ca. 200 m höher gelegenen riesigen Sendeturm. Die eindrucksvolle Aussicht auf die bis zu 3000 m hohen Gipfel der Silvrettagruppe sowie auf weitere Startwiesen wurden getrübt durch die auch hier oben deutlichst schräg nach unten ins Tal stehenden Fahnen. Zurück an der Bergstation wären wir inzwischen froh gewesen, kurze Nullwindphasen zum Starten zu haben! Es blieb nur der (kostenlose) Abstieg mit der Gondel. Um ein ähnliches Szenario am Samstag zu vermeiden, beschlossen wir, ins ca. 35 km entfernte Montafon auszuweichen. Nach einigen Umleitungen (Dorffeste, Bauarbeiten, widersprüchliche oder fehlende Beschilderung) kamen wir schließlich an der Talstation der Hochjochbahn in Schruns an. Erstmal den neuen Sommerlandeplatz suchen und besichtigen. Der offizielle LP ist ein recht schmaler aber ausreichend langer Grasstreifen direkt am Ost-Ende von Schruns. Nur ca. 5 Min zu Fuß von der Talstation entfernt. Drumrum riesige (Aussenlandungs-)Wiesen. Einziges aber relevantes Problem: starker Talwind. Verschiedene Locals rieten uns sehr freundlich von Flügen zwischen 13 und 16 Uhr ab. Der Sessel ganz hoch zu den hochalpinen Gipfel-SPn war noch nicht in Betrieb. Aber 100 - mehr oder weniger stressfrei überwindbaren - Höhenmetern oberhalb der Bergstation Kapell konnte hervorragend von Schipisten gestartet werden. Und auch die von dort "nur" 1.300 Höhenmeter sind schon mehr als ausreichend. Es ging auch schon was! Je nach Schüttelresistenz konnte gut (ca. 3-400 m) überhöht werden sowie z.T. an unerwarteten Stellen, z.B. in Talmitte überm Ort, Flugzeit angesammelt werden bevor dann Starkwindlandungen selbt durchgeführt und bei anderen beobachtet werden konnten. Dabei lernten wir, dass der Talwind durch einen ungünstig im Windfluss stehenden Hügel geteilt, umgeleitet und schlußendlich mit zwei 90 Grad zu einander versetzten Komponenten am LP (und vor allem darüber!!) "Standard" ist! Nach - widerum sehr freundlicher - Aufforderung zum Zahlen der Landegebühr bekamen wir nicht nur Lande-Biere oder -Radler sondern auch Infos über die Schwierigkeiten und vor allem seeeehr hohen Kosten des lokalen Fliegerclubs: u.a. 2.000 Euro für 3 Monate Sommer-LP, der aber selber gepflegt/gemäht werden muss. Die Zeit bis zur zweiten Auffahrt gegen 16 Uhr wurde mit Eiscafe unter dringend erforderlichen Sonnenschirmen verbracht. Es folgten wunderschöne sehr lange (bis 2 Stunden) dauerende Soaring-Flüge, bei denen eigentlich nur das Runterkommen in der gut ziehenden Umkehrthermik schwierig war! Am Sonntag noch mal der Versuch in Schnifis zu fliegen. Mit den Erfahrungen vom Freitag bauten wir zügig auf und nutzten dann auch Nullwindphasen rigoros zum (Vorwärts-)Starten. Das Ziel, die 6-Minuten-Grenze für die 600 Höhenmeter zu knacken, wurde dabei von allen locker erreicht. Auch die durch fehlenden Talwind doch geringfügig "anspruchsvolleren" Landungen auf der Kuppe klappten fast schulungsmässig. Andreas und Martin machten sich danach noch über den sehenswerten Faschina-Pass und den Umweg Andelsbuch (plus dort natürlich mehreren Flügen) auf den Heimweg. Fazit: bei Südwindlagen und vor allem im Spätwinter ist Schnifis eine echte Alternative zu Andelsbuch. Richtung Hochtannbergpass lockt eine 15 km lange SO-ausgerichtete fast geschlossene Bergflanke. West- oder gar Nordwind schlägt allerdings fast ungeschützt ein. Das Montafon mit Hochjoch in Schruns sowie dem benachbarten Golm sind lohnenswerte Fluggebiete. Ziele, die unter 300 km von Stuttgart entfernt sind und sich auch für eine PCS-Tour anbieten. |
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